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Wechsel beim Spiegel: Klusmann wird Vorsitzender der Chefredaktion

Michael Ridder

Von Michael Ridder (epd)

Mi, 22. August 2018 um 16:30 Uhr

Computer & Medien

Nach langen Diskussionen legt der Spiegel die Redaktionen des gedruckten Magazins und des Nachrichtenportals Spiegel Online im Januar 2019 zusammen. Vorsitzender der Chefredaktion wird Steffen Klusmann (52)

Dies teilte der Spiegel-Verlag am Mittwoch in Hamburg mit. Der Chefredakteur des Manager-Magazins löst damit Klaus Brinkbäumer (51) ab, der nach dreieinhalb Jahren als Print-Chefredakteur aus dem Amt scheidet. Mit ihm werden "Gespräche über eine neue Aufgabe" geführt.

Geschäftsführer Thomas Hass hatte die Zusammenlegung der bisher getrennt arbeitenden Redaktion bereits im April avisiert, sich dabei aber nicht zu Personalien geäußert. Die neue Chefredaktion solle sich "formieren als ein Team, das die Aufgaben nach fachlichen und funktionalen Aspekten aufteilt, nicht mehr nach Medienkanälen", teilte der Verlag nun mit. Die Chefredaktion wird mit der Reform auch der Unternehmensleitung angehören.

In den kommenden Wochen soll die designierte Chefredaktion die geplante Redaktionsstruktur ausarbeiten. Gemeinsam mit der Geschäftsführung werde sie "einen Veränderungsprozess aufsetzen, der sorgfältig gemeinsam mit den Führungskräften und den Betriebsräten vorbereitet und beraten wird". In der Zeit des Übergangs bis Januar 2019 sollen die zurzeit amtierenden Chefredaktionen das Nachrichtenmagazin und das Portal weiter verantworten. Ob Brinkbäumer aber wirklich vier Monate lang als lame duck im Amt bleibt, scheint fraglich. Der radikale personelle Umbau kommt überraschend, denn Insidern zufolge haben sich die Zahlen des im Mai neu aufgestellten digitalen Bezahlangebots Spiegel Plus zuletzt gut entwickelt. Der gedruckte Spiegel hat indes seit Jahren mit herben Auflagenverlusten zu kämpfen. Im zweiten Quartal 2018 verkaufte das Magazin pro Ausgabe noch 704 656 Exemplare, das waren fast acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Anzeigenbuchungen sind rückläufig.

Der Impuls für die Ablösung Brinkbäumers ging nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) von der Mitarbeiter KG aus, mit der die Belegschaft 50,5 Prozent der Anteile am Verlag hält. Klusmann soll beim Spiegel dem Vernehmen nach auch die Sparanstrengungen fortsetzen.