Wirklich Werbung blocken?

dpa

Von dpa

Di, 13. Februar 2018

Computer & Medien

Google führt Filter ein.

Per Werbefilter gegen Werbeblocker – so lässt sich in etwa eine neue Strategie von Google beschreiben. Damit nicht noch mehr Nutzer einen Adblocker herunterladen, will der US-Gigant auf seinem Browser Chrome besonders nervige Werbung sperren. Am Donnerstag (15. Februar) geht ein moderater Adblocker an den Start, der beispielsweise automatisch abspielende Videos stoppt oder Pop-Ups aussortiert. "Kurzfristig ziehen wir daraus keinerlei Nutzen", erklärte Google-Manager Michael Todd. Vielmehr gehe es um eine längerfristige Strategie. Also darum, zu verhindern, dass immer mehr Nutzer einen Adblocker installieren, mit dem sich die Online-Werbung komplett ausblenden lässt.

Kritiker fürchten, dass Google mit seinem Filter seine ohnehin schon mächtige Stellung im Werbegeschäft weiter ausbaut. Immerhin betreibt der Konzern einen milliardenschweren Anzeigenmarkt im Internet. Und das hauseigene Produkt Chrome ist mit einem Marktanteil von rund 56 Prozent der mit Abstand meistgenutzte Browser weltweit. Der Verband Deutsche Zeitschriftenverleger (VDZ) betrachtet die Marktmacht von Google mit Sorge. "Hier wird der Gatekeeper mit der Filterung der ,Bad Ads‘ noch mehr zum Entscheider darüber, wer welche Anzeigen schalten kann und damit Geld verdient", heißt es in einem Statement. "Google hat das entscheidende Wort und auch die Kraft zur Umsetzung." Das gehe über Log-Ins, Betriebssysteme und Browser, erklärte der Verband, der mehr als 500 Verlage vertritt.