Videoplattform

YouTube will härter gegen verbotene Inhalte vorgehen

dpa

Von dpa

Mi, 06. Dezember 2017 um 08:00 Uhr

Computer & Medien

Googles Videoplattform Youtube will nach massiver Kritik und politischem Druck härter gegen Gewalt und Extremismus vorgehen. 150.000 Videos wurden bereits belöscht.

Unter anderem werde die Zahl der Mitarbeiter, die bei Google insgesamt Inhalte prüfen, 2018 auf 10.000 erhöht, kündigte Youtube-Chefin Susan Wojcicki am Dienstag an. Zugleich komme verstärkt künstliche Intelligenz zum Einsatz: Das maschinelle Lernen helfe menschlichen Prüfern, fast fünfmal mehr Videos zu entfernen. Seit Juni seien 150.000 Videos wegen gewalttätigem Extremismus gelöscht worden.

Inzwischen würden 98 Prozent davon von selbstlernenden Maschinen aufgespürt. Fast 70 Prozent davon seien binnen acht Stunden nach dem Hochladen entfernt worden, fast die Hälfte in zwei Stunden. Die Algorithmen hätten seit Juni ein Videovolumen abgearbeitet, für das 180 000 Mitarbeiter mit einer 40-Stunden-Woche nötig gewesen wären.

Youtube reagiert auf den Druck von Unternehmen, deren Werbung im Umfeld extremistischer Videos landete. Wojcicki kündigte nun "einen neuen Ansatz für Werbung auf Youtube" an, damit "Anzeigen nur dort laufen, wo sie auch laufen sollen". Dazu solle es unter anderem mehr menschliche Kontrolle zusätzlich zu den Algorithmen geben und eine sorgfältigere Prüfung, welche Kanäle und Videos für Werbung in Frage kommen. In Deutschland greifen zudem von Januar an die Vorschriften des Netzwerkdurchsetzungsgesetztes, das ein schnelles Löschen verbotener Inhalte wie Hass und Gewalt vorsieht.