"Zeichen für Qualitätsjournalismus"

epd

Von epd

Sa, 14. April 2018

Computer & Medien

Grimme-Preise unter anderem für die Netflix-Serie "Dark", Jan Böhmermann und "Panorama".

In Marl sind am Freitag die Grimme-Preise verliehen worden. Mit der Netflix-Serie "Dark" erhielt erstmals eine Streamingdienst-Produktion eine der Fernsehauszeichnungen. Insgesamt wurden 13 Preise, ein Spezialpreis sowie eine Auszeichnung für eine besondere journalistische Leistung in den vier Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie Kinder und Jugend vergeben.

Weitere erfolgreiche Serien waren "Babylon Berlin" (ARD/Sky) und "4 Blocks" (TNT). Außerdem wurden mit dem Zweiteiler "Landgericht – Geschichte einer Familie" (ZDF) und dem Drama "Zuckersand" (BR/MDR) zwei klassische Fernsehfilme ausgezeichnet. Unter den Grimme-Preisträgern ist erneut Jan Böhmermann. Der Satiriker erhielt für "Eier aus Stahl – Max Giesinger und die deutsche Industriemusik" im "Neo Magazin Royale" (ZDFneo) einen Spezialpreis. Weitere Preise in der Kategorie Unterhaltung gingen an die Sonderfolge "Goslinggate" der Pro 7 -Show "Circus Halligalli" mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sowie die Sketch-Comedy "Kroymann" (Radio Bremen) mit Maren Kroymann.

In der Kategorie Information und Kultur wurde unter anderem der Dokumentarfilm "Alles gut – Ankommen in Deutschland" (NDR/SWR) über zwei Flüchtlingskinder geehrt. Weitere Preisträger waren die ZDF-Dokumentation "Cahier Africain" über Kriegsverbrechen in der Zentralafrikanischen Republik, "Ab 18! Du warst mein Leben" (ZDF/3sat) über eine gescheiterte Mutter-Tochter-Beziehung und der BR-Beitrag "Sewol" über das Fährunglück in Südkorea 2014 mit 300 Toten. Der Preis für die besondere journalistische Leistung ging an die Redaktion des NDR-Magazins "Panorama" für ihre Berichte zu den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg.

Im Bereich Kinder und Jugend wurden zwei Preise vergeben. Das öffentlich-rechtliche Jugendangebot Funk erhielt die Auszeichnung für das Format "Germania" von Künstlern mit Migrationshintergrund. Der BR überzeugte die Jury mit der im Kinderkanal von ARD und ZDF (Kika) ausgestrahlten Serie "5 vor 12" über ein Camp für straffällig gewordene Jugendliche. Die "Besondere Ehrung" beim Grimme-Preis vergab der Deutsche Volkshochschul-Verband an die Gründerin von "Frau TV", Inge von Bönninghausen, den Wissenschaftsjournalisten Gert Scobel und den ORF-Redakteur Armin Wolf. Mit der Verleihung wolle der Verband "ein deutliches Zeichen für Qualitätsjournalismus" setzen, betonte DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.