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07. Juli 2012 00:01 Uhr
Studie
Anlagen: Gut für die Umwelt, gut für den Geldbeutel
Papiere nachhaltig wirtschaftender Konzerne rentieren sich. Eine Studie räumt mit einem Vorurteil auf, dass Rücksicht auf die Umwelt gleichbedeutend ist mit Renditeverzicht.
MÜNCHEN.
Unter die Lupe genommen hat das die Deutsche Performancemessungs-Gesellschaft (DPG), heimischer Marktführer für die Rentabilitätsbewertung von Anlagen aller Art. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass nachhaltige Geldanlage rentabler ist als konventionelle Anlagen. Über einen Zeitraum von sieben Jahren verglichen wurden der Standardindex für globale Geldanlage in Aktien, der MSCI-World-Index, mit dem Prime Portfolio der auf nachhaltige Anlagen spezialisierten Münchner Ratingagentur Oekom, einer der weltweit führenden ihrer Art.
"Das Oekom Portfolio erzielte eine um 15,30 Prozent bessere Rendite", bilanziert DPG-Geschäftsführer Hans Pieper. Während die Papiere nachhaltiger Unternehmen zwischen 2004 und Ende 2011 eine kumulierte Rendite von 30,90 Prozent abgeworfen haben, kam der MSCI World nur auf 26,90 Prozent. Dabei wurden alle Aktien nach der Marktkapitalisierung ihrer Konzerne gewichtet. Bei Gleichgewichtung, wenn jede Aktie gleich oft im Portfolio vertreten ist, hätten die nachhaltigen Titel sogar fast 63 Prozent Rendite erreicht, also gut das Doppelte des MSCI.
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Erkauft wurde das nicht durch höheres Risiko. Die nachhaltig geführten Konzerne weisen sogar ein etwas geringeres Risiko auf als der konventionelle MSCI-Referenzindex. Das Oekom Prime Portfolio umfasst rund 300 Vorzeigeunternehmen in puncto Nachhaltigkeit. Die Oekom- Analysten setzen darauf, dass Unternehmen, die möglichst schonend mit der Natur umgehen und ihr Personal oder Zulieferer fair behandeln, auch sonst gut wirtschaften und deshalb für einen besseren Aktienkurs sorgen. Die DPG-Studie bekräftigt diese These.
Nachhaltige Geldanlagen haben in den vergangenen Jahren einen massiven Aufschwung erlebt, was vor allem auf das Konto von Großanlegern wie Kirchen, Pensionskassen, Stiftungen oder Versicherern geht. Knapp jeder zweite Euro werde heute unter Berücksichtigung nachhaltiger Kriterien angelegt, sagt Eurosif, der europäische Branchenverband für derartige Anlagen. Privatanleger haben dagegen noch Nachholbedarf, was aber auch am bisweilen schwer durchschaubaren Angebot und mangelhafter Beratung liegt, geben Oekom-Experten zu bedenken.
"Es gibt keine Mindeststandards oder rechtliche Vorschriften", räumt Oekom-Experte Rolf Häßler hinsichtlich des wichtigsten Kriteriums Nachhaltigkeit ein. Ein Qualitätslogo sei erst in der Diskussion. Auch würden Bankberater nicht immer Anlagen empfehlen, die einer kritischen Betrachtung in Sachen Nachhaltigkeit standhielten. Wer eine entsprechende Geldanlage ins Auge fasst, müsse sich vorinformieren.
Nicht jedem Berater blind zu vertrauen sei ohnehin eine Lehre der Finanzkrise. "Es gibt großen Wildwuchs im Bereich Nachhaltigkeit, aber auch seriöse Anbieter", bestätigt DPG-Geschäftsführer Herbert Jobelius. Die Nachhaltigkeitskriterien von Oekom gelten mit als die strengsten weltweit. Das untersuchte Prime Portfolio der Münchner gibt es nicht komplett in einen Fonds gegossen. Es ist aber die Grundlage für einige Produkte wie den Global Challenges Index-Fonds der Nord-LB.
Autor: Thomas Magenheim-Hörmann



