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Stromverträge mit dreijähriger Laufzeit sind gesetzlich verboten

Tiark Thurow

Von Tiark Thurow

Sa, 04. August 2018 um 16:42 Uhr

Geld & Finanzen

Probleme mit Energieanbietern sind ein Dauerbrenner. Doch Verbraucher müssen sich nicht alles gefallen lassen – die maximale Laufzeit von Stromverträge ist zum Beispiel gesetzlich genau geregelt.

Keine Auszahlung von Boni, falsche oder verspätete Abrechnungen und nicht erfüllte Werbeversprechen: Probleme mit Energieanbietern sind ein Dauerbrenner. Doch Verbraucher müssen sich nicht alles gefallen lassen.

Frau P. ist mit ihrem Strom- und ihrem Gasvertrag unzufrieden und glaubt, zu viel zu zahlen. Sie lässt sich bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg über Wechselmöglichkeiten beraten. Während es beim Gasvertrag keine Probleme gibt – er lässt sich nach einem Jahr Laufzeit problemlos kündigen – fällt dem Berater ein Detail im Stromvertrag sofort auf: Den Vertrag, den P. im September 2017 abgeschlossen hatte, sollte sie laut Unterlagen erst im September 2020 kündigen können.

Doch eine dreijährige Vertragslaufzeit für Energieverträge ist gesetzlich verboten. Erlaubt ist bei Energielieferverträgen – außer Fernwärme – nur eine Erstlaufzeit von 24 Monaten. Außerdem dürfen sich diese Verträge nach Ende der Laufzeit maximal um 12 weitere Monate verlängern.

Da der Drei-Jahres-Vertrag rechtswidrig ist, kann Frau P. diesen mit dem Hinweis auf die ungültige Laufzeit sofort kündigen und sich einen neuen und günstigeren Stromversorger suchen. Damit sie die Kündigung im Streitfall beweisen kann, rät der Berater Frau P., den Vertrag beim alten Lieferanten per Einwurfeinschreiben zu kündigen. Auch sollte sie schon einen neuen Versorger an der Hand haben, damit sie nach der Kündigung nicht in die teure Grundversorgung zurückfällt.

Tiark Thurow ist Fach- und Rechtsberater im Bereich Bauen, Wohnen, Energie der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
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