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07. Juli 2008

GESUNDHEITS-ABC

Gedächtnistraining
2007 wurde der Deutsche Gunther Karsten in Bahrain Gedächtnisweltmeister. Binnen einer Stunde hatte er sich von 4000 Ziffern die Hälfte in der richtigen Reihenfolge merken können. Sein Trick: Er ordnet den Zahlen Bilder zu und stellt sie zu Geschichten zusammen. "Die Gedächtnisstrategien werden immer raffinierter", sagt Psychiatrie-Professor Michael Berger. 1997 waren den Kandidaten noch läppische 400 Ziffern vorgelegt worden.

  "Wer rastet, der rostet" gilt auch für das Gedächtnis. Es wird zwar automatisch auf Trab gehalten bei normalen Alltagskontakten. Dennoch kann Training sinnvoll sein, zumal die Gedächtnisleistungen mit dem Alter abnehmen (bei gleichzeitiger Zunahme dessen, was man als Altersweisheit bezeichnen könnte). Für ein ganzheitliches Gedächtnistraining, bei dem nicht nur Merkfähigkeit gedrillt, sondern Konzentration und Wahrnehmung, assoziatives und logisches Denken, Fantasie und Kreativität gleichermaßen geübt werden, macht sich der Bundesverband Gedächtnistraining (BVGT) stark. Auch Bewegungs- und Balanceübungen gehören dazu. Brigitte Killi aus Offenburg übt mit ihrer Gruppe vom Kneipp-Verein (50 Jahre und älter) derzeit chinesische Schriftzeichen oder fragt Ballsportarten ab. Immer beliebter werden auch Computerprogramme. "Ich empfehle sie nicht", sagt Carmen Lehmann vom BVGT. Zu wenig variabel seien sie, und "es fehlt der Kontakt zu anderen Menschen".

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 Der fehlt auch jener wachsenden Zahl von Menschen, die ihrem Gedächtnis mit Medikamenten auf die Sprünge helfen wollen. Millionenbeträge werden in Deutschland laut Michael Berger für "vollkommen wirkungslose Gingko-Präparate" ausgegeben. Im Gehirndoping habe die Pharma-Industrie einen wachsenden Markt entdeckt.

Autor: arü