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08. März 2010

GESUNDHEITS-ABC

Tumormarker

Im Blut von Krebspatienten lassen sich viele Stoffe – Eiweiße oder eiweißähnliche Substanzen – nachweisen, die von den Tumorzellen selbst gebildet werden oder deren Bildung sie anregen. Als Anfang der 1970er-Jahre die ersten "Tumormarker" aufkamen, war die Euphorie groß. Man glaubte, für jede Krebsart eine charakteristische Substanz finden zu können. Damit wäre ein einfacher Bluttest zu einem Krebstest geworden. Die Hoffnungen haben sich zerschlagen. Keiner der rund 50 heute bekannten Tumormarker ist spezifisch für eine bestimmte Krebserkrankung. Denn die Normwerte können sich auch bei anderen vergleichsweise harmlosen Erkrankungen wie Entzündungen erhöhen. Zur Krebsfrüherkennung taugen Tumormarker nicht. Mit der Ausnahme des Prostataspezifischen Antigens (PSA) vielleicht, das aber unter den Experten ebenfalls umstritten ist. Sinnvoll können Tumormarker in der Verlaufskontrolle einer Krebserkrankung sein. Aber Experten wie Hartmut Henß, der medizinische Geschäftsführer des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer (CCCF) an der Universitätsklinik Freiburg, sind auch in diesem Punkt sehr zurückhaltend. Der Tumormarker ist für ihn nur ein Mosaikstein im Gesamtbild – "ein Hinweis, mal wertvoll, mal weniger wertvoll". Ob die Tumormarker der heutigen Generation eine Zukunft haben, ist fraglich. Experten wie Henß setzen auf Microarrays, molekularbiologische Untersuchungssysteme, mit denen komplexe tumorspezifische Eiweißmuster in Blut oder Urin bestimmt werden. Damit könnte in einigen Jahren eine Krebsfrüherkennung möglich werden.

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Autor: hei