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30. Januar 2012
GESUNDHEITS-ABC
Über O104:H4 können selbst etablierte Forscher nur staunen: "Dieser Stamm besitzt einen Cocktail an hochgefährlichen Faktoren, den wir bisher so noch nie gesehen haben", sagt der Münsteraner Helge Karch. Im Vergleich zu seinen Verwandten aus der EHEC-Familie war der Hamburger Killerkeim zäher, aggressiver, infektiöser und gegen mehr Antibiotika immun. Einer der Gründe: Von zwei Unterarten des in jedem Menschendarm hausenden Keims E.coli hat er jeweils die gefährlichsten Eigenschaften übernommen. Von den EAEC, den Enteroaggregativen Escherichia coli, den Trick, sich in mehreren Schichten fest an die Darmwand zu klammern; von den enterohämorrhagischen EHEC die Fähigkeit, das gefährliche Shigatoxin herzustellen. Dieses Gift ist in der Lage, in Gehirn und Nieren die Zellen, die die Gefäße auskleiden, zu zerstören und so in beiden Organen schwere Schäden zu verursachen. Die Frage ist nun: Hat sich EHEC beim EAEC-Cousin den Klammergriff abgeguckt oder EAEC beim EHEC-Vetter das Rezept für das Shigatoxin. Beides falsch, vermutet Karch. Seiner Meinung nach haben O104:H4, EHEC und EAEC einen gemeinsamen Urahn, der alle gefährlichen Eigenschaften in sich vereinte und in unterschiedlichem Maße an seine Nachkommen vererbte. "Und ich denke", so Karch, "dass es auch den noch irgendwo auf der Welt gibt, und dass wir ihn finden können."
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Autor: mich
