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16. Juli 2012 17:57 Uhr
Wildkraut
Hilft bei Nasenbluten: Das Hirtentäschel
Gegen Nasenbluten ist ein Kraut gewachsen: Das Hirtentäschel hilft, den Blutfluss zu stillen. Auch bei zu starken Menstruationsblutungen wird es eingesetzt, wie BZ-Pflanzenexperte Frank Hiepe erläutert.
HIRTENTÄSCHEL (Capsella bursa-pastoris)
Die botanische Bezeichnung leitet sich von den lateinischen Worten capsella (kleine Tasche), bursa (Börse) und pastor (Hirte). Der Grund: Die Schötchen des Hirtentäschels gleichen in ihrer Form den Taschen von Hirten.
Pflanzenfamilie
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Volksnamen
Herzkrut, Säckelkraut, Taschenkraut, Schneiderbeutel, Schinkenkraut, Säcklichrut, Löffeli. Bauernsenf, Thlapsi, Hirtenseckel
Vorkommen
Europa, Mittelmeergebiet bis Asien auf Schuttplätzen, Bahndämmen, Brachflächen und Wegrändern
Blütezeit
März bis November
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Geschichte und Aberglaube
In der Antike dienten vorwiegend die Samen den Ärzten als Heilmittel gegen Ischias und Gallensteine. Hippokrates (460-377 vor Christus) berichtete schon von von der Wirkung auf die Gebärmutter. Im Mittelalter war bereits die blutstillende Wirkung bei inneren und äußeren Blutungen bekannt.
Das Binden der Pflanze auf die Fußsohle sollte Linderung bei langen Märschen bringen. Aus Mangel an Arzneimitteln wurde das Kraut im Ersten Weltkrieg zur Blutstillung erfolgreich verwendet.
Inhaltstoffe
Senfölglykoside wie das Glucosinolat Sinigrin, Peptide, Phenolsäuren, Flavonoide, Mineralien
Anwendung
Das frische und das getrocknete, blühende Kraut findet in der Volksheilkunde Anwendung bei zu
starken Menstruationsblutungen und nach der Geburt zur Rückbildung der Gebärmutter, lokal
bei Nasenbluten und leicht blutenden Wunden etwa bei Zahnfleischbluten.
Zubereitung eines Tees
3 Teelöffel fein zerschnittenes blühendes Kraut mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, 10-15 Minuten ziehen lassen, abseihen und dreimal täglich eine Tasse trinken.
Gegen Nasenbluten
1 -2 Esslöffel mit siedendem Wasser übergießen, nach 10 Minuten abseihen. Ich empfehle eine Tamponade oder zusammengerollte Mullbinde mit dem Aufguss zu tränken und in die Nase einzuführen. Auf diese Art lassen sich auch Umschläge herstellen.
Sonstiges
Auch zum Würzen von Salaten oder Kräuterdips eignet sich Hirtentäschel
VORSICHT!
Während der Schwangerschaft sollte Hirtentäschel nicht eingenommen werden.
Homöopathie
Capsella bursa-pastoris bei Gebärmutter-und Schleimhautblutungen und Steinleiden
- Achtung Pflanze: Die Natur als große Freilandapotheke
Autor: Frank Hiepe



