Ernährungswissen

Schokoladenmythen auf dem Prüfstand

Stephanie Streif

Von Stephanie Streif

Di, 26. Dezember 2017 um 11:56 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Macht Schokolade glücklich? Macht sie sogar süchtig? Und kann man mit Schokolade die eigene Leistungskraft steigern?

» Schokolade macht glücklich
Ob Schokolade stimmungsaufhellend wirkt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Der angebliche Gute-Laune-Effekt wird vor allem mit dem Botenstoff Serotonin in Verbindung gebracht. Der ist zwar nicht in Kakao enthalten, entsteht aber beim Abbau von Tryptophan. Anregend wirkt auch Theobromin. Und die stecken beide in der Kakaobohne. Je mehr Kohlenhydrate und Fette mitgegessen werden, desto wirkungsvoller ist die Nahrungskombi. Um die Stimmungslage allerdings spürbar zu beeinflussen, müssten davon sehr große Mengen verzehrt werden. Ob das auf Dauer glücklich macht?

» Schokolade steigert die Leistung Wissenschaftler der Universität Nottingham verabreichten Testpersonen einen hochdosierten Flavonol-Kakaotrunk und schoben sie in einen Magnetresonanztomografen. Das Ergebnis: Ihr Gehirn war bis zu drei Stunden lang besser durchblutet als das der Vergleichsgruppe. Allerdings sind Flavonole in Schokolade zu gering dosiert, als dass sie wirken könnten.

» Schokolade wirkt aphrodisierend: Auch diesmal Fehlanzeige. In Schokolade steckt zwar Phenylethylamin, ein Muntermacher, der Puls, Blutdruck und Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt. Die Substanz ist aber in zu geringer Konzentration in Schokolade vorhanden.

» Schokolade macht süchtig
Forscher konnten in Schokolade Anandamid nachweisen, ein Wirkstoff, der dem im Cannabis vorkommenden THC ähnelt. Die Menge ist aber verschwindend gering. Experten vermuten, dass nicht Kakao süchtig macht, sondern der in Schokolade reichlich enthaltene Zucker. Auch wenn viele Menschen sich selbst als "schokoladensüchtig" bezeichnen, ist die Schokoladensucht nicht anerkannt. Der Grund: Schokolade ist keine chemische Droge, sondern ein Lebensmittel.