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14. Oktober 2010
Anstrich ohne Ausdünstung
Schadstoffarme Wandfarben tragen dazu bei, die Belastung im Wohnraum gering zu halten.
Den Großteil seines Lebens verbringt der Deutsche in geschlossenen Räumen: im Schlafzimmer, im Büro, in der Schule, im Wohnzimmer. Daher ist es wichtig, die Schadstoffbelastung in diesen Räumen so gering wie möglich zu halten. Das ist beispielsweise mit der Wahl des Wandanstrichs möglich.
Krebserregendes Formaldehyd, flüchtige organische Stoffe (VOC), die die Atemwege reizen, giftige Holzschutzmittel, Weichmacher und Flammschutzmittel in der Raumluft von Schlafzimmern seien keine Seltenheit, sagt Peter Bachmann vom Sentinelhaus-Insitut in Freiburg. Mit seinem Institut will er Bauherren, Planer und Handwerker für die Gesundheit im Wohnraum sensibilisieren.Im Malerhandwerk ist die Sensibilisierung zum Teil schon angekommen. Nico Hodapp beispielsweise, Malermeister aus Freiburg-Waltershofen, beteiligt sich am Projekt Raumgesund. Es wurde vom Handwerkerqualitätsverbund Arta initiiert mit dem Ziel, ein gesünderes Wohn- und Arbeitsraumumfeld zu schaffen. "Da nicht nur Wandfarben die Raumluft belasten können, sondern auch Teppiche, Möbel, Polster, Zigarettenrauch und vieles mehr, gilt die Devise: Vermeide, was du vermeiden kannst", sagt Hodapp.
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Als Maler kann er die Schadstoffe deutlich reduzieren – mit der Wahl der richtigen Farbe. Viele Wandfarben sind hochkomplexe Produkte, die mit allerlei Zusatzstoffen versetzt sind: Konservierungsmittel, Antischaummittel, Antiabsetzmittel, Lösungsmittel. Manche dieser Stoffe können zu gesundheitlichen Schäden führen.
Problematisch werden die Schadstoffe gerade in neueren Gebäuden, sagt Bachmann: "Sie sind um den Faktor zehn dichter geworden als beispielsweise die Anfang der 1990er-Jahre errichteten Gebäude. Entsprechend entweichen die Schadstoffe nicht mehr so gut." Gerade auf empfindlichere Menschen wie Kleinkinder, Schwangere, Alte und Allergiker wirkt sich die hohe Konzentration aus. Es gibt im Handel aber auch Wandfarben ohne flüchtige Weichmacher, ohne Lösungsmittel oder Konservierungsstoffe. Sie werden als wohn- oder raumgesund bezeichnet.
Doch die Vielzahl der Siegel, Tests und Auszeichnungen verwirrt, bemängeln die Verbraucherschutzzentralen. Für die verschiedenen Bedürfnisse gibt es Farben für Allergiker oder Produkte auf
Silikat-, Kalk- oder
Lehmbasis. Man
müsse aber nicht in den Laden für biologische Baustoffe gehen, um schadstoffarme Farben zu kaufen. Schließlich sei wohngesund nicht gleichzusetzen mit biologisch, so Bachmann. Man müsse nur wissen, welche Wandfarben frei von Schadstoffen sind. Die unbedenklichen zu erkennen, wird dem Laien allerdings nicht leicht gemacht. Maler Hodapp gibt ein Beispiel: "Eine bestimmte TÜV-geprüfte Farbe für Allergiker wurde nur im Farbton weiß geprüft. Wenn der Kunde hier eine Tönung möchte, ist die Allergikertauglichkeit dahin." Oft seien es nämlich auch die Pigmentlösungen, die problematisch sind, weil deren Inhaltsstoffe von vielen Herstellern nicht überprüft werden, warnt Arta auf seiner Internetseite.
"Das ganze System im Raum muss betrachtet werden. Wenn die Grundierung schädlich ist, werden die wohngesunden Eigenschaften der Wandfarbe ad absurdum geführt", sagt Bachmann. Bei einigen Wandfarben bedarf der Untergrund einer speziellen Vorbereitung. Andere schadstoffarme Produkte sind so anspruchsvoll in ihrer Verarbeitung, dass das besser Fachleute übernehmen sollten.
Autor: Manuela Müller



