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25. Januar 2012
Die mobile Generation richtet sich ein
Trends von der Internationalen Möbelmesse in Köln: Moderne Möbel müssen flexibel und praktisch sein.
Faltbar, stapelbar, tragbar: So müssen Möbel für eine mobile Gesellschaft sein. Die Einrichtung sollte beim Umzug praktisch sein. Am besten ohne mühsames Aufbauen. Viele flexible Möbel gab es auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne in Köln Mitte Januar zu sehen.
Heute gibt es alles "to go": Man kann den Kaffee mitnehmen, den Hamburger gibt es auf die Hand ... Eine Gesellschaft "to go" ist immer auf dem Sprung – heute hier, morgen da. Das spiegelt sich auch im Zuhause wieder. Die Einrichtung muss nicht nur viele Umzüge mitmachen, sondern gerade in Städten muss alles auf einer kleinen Wohnfläche unterkommen."Weil die Wohnung flexibler werden muss und weil sich die Funktionsbereiche auflösen, braucht man Möbel, die man mitnehmen kann, wo sie gerade gebraucht werden", sagt Ursula Geismann, Trendanalystin des Verbands der Deutschen Möbelindustrie. Das kann eine Küche sein, die minutenschnell auf- und wieder abgebaut wird, Regale, die wie ein Kartenhaus gestapelt werden, und ein Stuhl, den man wie eine Umzugskiste zusammenlegt.
Oder das Möbelstück gleicht einem Koffer: Kare etwa hat einen Kleiderschrank im Koffer, ein anderer dient als Stauraum für alles Mögliche. Die riesigen, antik wirkenden Reisetruhen passen gut in kleine Wohnungen, wo das Möbelstück bewegt werden kann, wenn es im Weg ist, sagt Kare-Sprecherin Susanne Knacke. Darüber hinaus spreche ein Koffer die mobile Gesellschaft auch psychologisch an: "Die Menschen haben ein Bedürfnis, auf Reisen zu gehen."
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Mobil und jederzeit veränderbar, das waren Regale immer schon. Besonders gefragt scheinen nun jedoch Lösungen zu sein, die das schnell und einfach bieten. Lukas Hechinger, Geschäftsführer von Steckwerk, kann seine Idee auf der Messe mit ein paar Bierdeckeln vormachen: Um diese nicht mit zitternden Fingerspitzen zu einem Haus stapeln zu müssen, schlitzt er die Plättchen an der Seite ein, wodurch sie stabil zusammengesteckt werden. Im Originalformat braucht das Regal aus MDF-Holzelementen mit der zum Patent angemeldeten Steckverbindung keine einzige Schraube.
Ein anderer Denker hatte vorerst nur einen Prototyp für mobiles Wohnen dabei: Designer Kilian Schindlers puristische "Concept Kitchen" für Naber kann in Minutenschnelle zusammengesteckt werden. Somit sind die Module auch jederzeit einer veränderten Lebenssituation und einer neuen Wohnung anzupassen. Produktionsbeginn soll 2013 sein, aber bereits jetzt wurde der Prototyp mit dem Interior Innovation Award der Kölnmesse ausgezeichnet.
"Hinter der Idee steckt auch, dass die Halbwertzeit von Möbeln immer kürzer wird", erläutert Schindler. Die Branche böte ständig unzählige neue Produkte an, und die Menschen wollen als Folge schneller ihre Möbel austauschen.
Das beweglichste Teil in einer Wohnung war und ist aber der Hocker. Modern spricht die Branche nun vom Pouf und meint damit einen Hocker ohne Füße, der bei der IMM quasi zu jeder Couchgarnitur gehörte. "Man nimmt den Pouf dahin mit, wo man ihn gerade braucht. Wenn man Besuch bekommt, stellt man ihn mit in die Küche, damit der Besuch dort sitzen kann. Man kann ihn in den Flur stellen, damit man sich die Schuhe anziehen kann, und man kann ihn ins Wohnzimmer stellen, um mit dem Laptop was zu machen", erklärt Geismann seinen Zweck.
Und wenn niemand zum Sitzen da ist? Dann steht der Hocker im Weg, sagt Joost Gremen, Vertriebsmanager von Flux. Die Designer des niederländischen Unternehmens haben daher ein Sitzmöbel kreiert, das so wenig Platz wie möglich wegnimmt: Einen Stuhl zum Zusammenfalten. Das Model aus recycelbarem Polypropylen wird dabei so flach, dass man es unter dem Arm tragen oder an einen Haken an der Wand hängen kann. Um auch Designästheten anzusprechen, sieht man dem Stuhl in voller Größe und Form seine Faltbarkeit nicht an.
Autor: dpa


