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11. August 2012

Ein Leben ohne Stolperfallen

Altersgerecht ohne Umbau: Wer im Alter in den eigenen Wänden wohnen will, kann Barrieren mit einfachen Maßnahmen reduzieren.

  1. Für die Badewanne gibt es erhöhte Sitze, die das Waschen erleichtern. Foto: DSH/dpa/tmn

Eine Wohnung fürs Alter: Dieser Wunsch bedeutet nicht immer den kompletten Umbau der eigenen vier Wände. Erste Schritte zum barrierefreien Zuhause können auch Maßnahmen sein, die Hindernisse im Alltag aus dem Weg schaffen.

Bis zu einem akuten Notfall sollte man allerdings nicht warten. "Eine barrierefreie Wohnung ist immer gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Unfallprävention", sagt Volker Grosinski, Bauingenieur und Wohnberater beim Verein Barrierefrei leben. Er empfiehlt, Zimmer für Zimmer barrierefrei zu gestalten. Das kann mit dem Fußboden beginnen. "Typische Stolperfallen sind Teppiche, Läufer und Fransen. Sie müssen entfernt, festgeklebt oder notfalls durch eine Anti-Rutschmatte fixiert werden", sagt Martin Schieron, Pflegewissenschaftler bei der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Das gilt auch für Vorleger im Badezimmer. In Dusche oder Wanne sorgen Gummimatten mit Saugnäpfen für Halt. Sie müssen regelmäßig überprüft werden. Elektrokabel sollten an der Wand entlang geführt werden, etwa unter Laufschienen.

Schwieriger gestaltet sich der Umgang mit Schwellen und Stufen. "Der Zugang zum Balkon wird oft durch eine hohe Schwelle erschwert. Hilfreich ist da ein größeres Podest auf einer Seite, auf das man drauf- und auf der anderen Seite wieder runtersteigen kann", rät Ursula Kremer-Preiß vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. Auf der Holztreppe verhindern mit Teppich beklebte Stufen das Ausrutschen. Türschwellen sowie die oberste und unterste Treppenstufe lassen sich mit verschiedenen Farben besser erkennen.

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Nach dem Fußboden kommt die Einrichtung dran. "Im Alter hat man einen größeren Bewegungsradius. Deshalb sollte man kritisch überprüfen, ob alle Möbel tatsächlich benötigt werden", sagt Kremer-Preiß. Möglicherweise kann man auf die Kommode oder einen Schrank im Flur verzichten. Dann muss der Inhalt gesichtet, reduziert und der Rest woanders verstaut werden. Wer nicht mehr selbst wäscht, kann die Waschmaschine aus dem kleinen Bad entfernen. Und eine nie benutzte Zimmertür kann ausgehängt werden.

Umgekehrt ist an manch einer Stelle ein neues Möbel hilfreich: Eine Sitzgelegenheit im Flur reduziert zum Beispiel das Unfallrisiko beim Schuhe-Ausziehen. Auf dem Treppenabsatz ist sie die Möglichkeit zum Ausruhen und am Arbeitsplatz in der Küche die stabile Basis. Auch in der Dusche ist ein feststehender Hocker sinnvoll. Für alle Einrichtungsgegenstände gilt außerdem: Scharfe Kanten sollten mit einem Kanten- und Eckenschutz gepolstert werden.

Beim Aufstehen wird die meist niedrige Sitzhöhe im Alter zum Problem. "Der Fachmann kann Klötze unter den Füßen des Sofas anbringen", erläutert Kremer-Preiß. Auf die Toilette lässt sich eine Sitzerhöhung montieren. Armlehnen am Sofa oder Sessel bieten zusätzlichen Halt. "An der Toilette sollten Griffe angebracht werden – und zwar so, dass der Nutzer sie vor sich hat und sich darauf stützen kann", ergänzt Schieron. Auch in und neben Wanne oder Dusche sind Haltegriffe angebracht.

Das Sehvermögen wird im Alter schwächer, deshalb sollte die Beleuchtungsstärke in allen Räumen angepasst werden. Im Hausflur sollten die Schaltphasen für das Licht verlängert werden. Für den nächtlichen Toilettengang ist eine Dauernotfallbeleuchtung etwa mit Steckerleuchten sinnvoll. Praktisch sind Bewegungsmelder im Flur. Sinnvoll ist auch ein Lichtschalter am Bett.

Autor: dpa


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