Umbau

Einbau einer Klimaanlage ist bauliche Veränderung

dpa

Von dpa

Di, 05. Dezember 2017

Haus & Garten

Vorsicht beim Nachrüsten

Wohnungen nachträglich mit einer Klimaanlage auszurüsten, ist technisch machbar. Rechtlich lauern aber vor allem in Eigentümergemeinschaften einige Fallen. Denn der Einbau stellt eine bauliche Veränderung dar und muss daher von den anderen Eigentümern getragen werden, wie ein Urteil des Amtsgerichts Essen zeigt (Az.: 196 C 288/16), über das der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland berichtet.

In dem Fall hatte eine Eigentümerversammlung einstimmig beschlossen, die Wohnungen mit Klimaanlagen auszustatten. Die Geräte sollten auf den Terrassen der jeweiligen Wohnungen aufgestellt werden. Später wurden die Arbeiten dann in Auftrag gegeben, allerdings ohne konkrete Vorgaben. Installiert wurde die Klimaanlage an der Giebelwand zwischen Erdgeschoss und dem ersten Stock.

Ein Eigentümer, dessen Schlafzimmerfenster sich auf dieser Seite des Gebäudes befand, verlangte, dass die Klimaanlage wieder ausgebaut wird. Denn zum einen werde das Gebäude verschandelt, zum anderen sei das Gerät so laut, dass er nicht mehr schlafen könne. Mit Erfolg: Das Gerät müsse wieder ausgebaut werden, befanden die Richter. Denn der Einbau stelle eine bauliche Veränderung dar, die die Optik des Hauses verändere. Die Richter sahen überdies den Eigentümerbeschluss wegen fehlender Angaben zum genauen Ort der Installation als nichtig an.