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05. Dezember 2009

Freiburg bald so teuer wie München?

Die Mieten in der Universitätsstadt steigen weiter / Durchschnittlich 43,8 Prozent des Nettoeinkommens kostet das Wohnen in Freiburg

  1. Nur einige Minuten, und schon lassen sich Schwarzwälder Pisten genießen. Auch das ist ein Grund, warum Freiburg als Wohnort so beliebt ist. Foto: dpa

Für Freiburg gilt in wirtschaftlicher Hinsicht ein Einerseits-Andererseits. Einerseits liegt die Arbeitslosenquote mit 4,7 Prozent deutlich unter dem 8,2-Prozent-Wert des Bundes. Und mit einem Jahresbruttoeinkommen von 28 957 Euro verdient der Freiburger durchschnittlich fast 1500 Euro mehr als der Bundesbürger. Andererseits: "Im Bundesland Baden-Württemberg liegen wir damit auf dem letzten Platz", hebt der Vorsitzende des Mietervereins Regio Freiburg, Manfred Wolf, hervor. Und da Freiburg wächst und wächst, steigt stetig die Nachfrage nach Wohnraum – nicht ohne Folgen.

Nach einer Studie des Immobilienverbandes Deutschland, in der 100 deutsche Großstädte verglichen wurden, zahlt der Freiburger im Durchschnitt stolze 43,8 Prozent vom Nettoeinkommen für seine Wohnung, was Rekord ist. Und die Mietpreise für Neubauwohnungen steigen kontinuierlich. Belegte die Breisgau-Metropole vor fünf Jahren noch den zwölften Platz im deutschen Städteranking des Wirtschaftsinstituts Empirica, hat die Stadt sich heute auf den fünften Platz vorgearbeitet. Nur München (seit Jahren unangefochtener Spitzenreiter), Frankfurt am Main, Heidelberg und Hamburg liegen jetzt noch vor Freiburg.

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Deutschlandweit, das weist der von Michael Clar und Ulrike Stüdemann herausgegebene Mietspiegelindex für das Jahr 2009 aus, sind die Mieten in Deutschland nur noch leicht gestiegen. Und selbst wenn die Mietsteigerungen "im Süden in Baden-Württemberg und Bayern mit 1,5 Prozent mehr als doppelt so hoch sind" wie im Bundesdurchschnitt, liegt Freiburg mit einem Anstieg von bald rund 6,5 Prozent deutlich über dem Mittel.

Und das wird nach Ansicht des Freiburger Mietervereins vorerst auch so bleiben. Jedenfalls werde sich die Mietlage auf sehr hohem Niveau einpendeln. Einer der Gründe für diese Entwicklung: Freiburg ist eine Studentenstadt. Wegen der exzellenten Universität gibt es hier eine hohe Einwohnerfluktuation, starke Zu- und Abzugsbewegungen. Bei jedem Mietvertrag, der neu abgeschlossen wird, kann die Miete von den Wohnungseigentümern neu festgelegt werden. In der Regel bedeutet das: Sie wird erhöht.

Der andere Grund ist ganz einfach die Schönheit der Stadt, ihre Lebensqualität. In Freiburg zu wohnen ist nicht nur für Studenten der Informatik, Medizin und Volkswirtschaftlehre eine sinnvolle Investition in die Zukunft. In einer knappen Stunde auf die Skipiste, romantische Wanderungen durch den Schwarzwald oder ausgedehnte Fahrradtouren im milden Klima – Freiburg hat mit seiner einmaligen Lage im Dreiländereck einiges zu bieten, auch für Ruheständler, die hier ihren Lebensabend genießen.

Behindert wird das anspruchsvolle Mietniveau durch den kommunalen Mietspiegel, der von der Stadtverwaltung erstellt wird, nicht. Denn der Mietspiegel gibt nur eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete im frei finanzierten Wohnungsbau und bietet somit eine Richtlinie und keine Vorschrift, welche Quadratmeterpreise die Vermieter nehmen dürfen.

Während in München im vergangenen Jahr der Mietpreis pro Quadratmeter zaghaft von 12,22 Euro auf 12,09 Euro sank, haben die Vergleichswerte in Freiburg im selben Zeitraum von 9,53 Euro auf 10,19 Euro saftig zugelegt. Möglicherweise also wird Freiburg das Weltdorf an der Isar mietpreismäßig noch einholen. Nächsten Samstag lesen Sie an dieser Stelle: Die Entwicklung der Kaufpreise von Wohnimmobilien.

Autor: Robert Mattheis