Energie

Halogenlampen werden ab September nicht mehr produziert

Katja Fischer

Von Katja Fischer (dpa)

So, 19. August 2018 um 13:23 Uhr

Wirtschaft

Sechs Jahre nach dem Ende der Glühbirne werden von September an auch die meisten Typen von Halogenlampen nicht mehr hergestellt. Verbraucher müssen dann auf LED oder Energiesparleuchten umsteigen.

Seit sechs Jahren sind Glühbirnen aus dem Handel verschwunden. Den Anfang machte 2009 die 100-Watt-Birne, danach kam Schritt für Schritt das Aus für alle anderen Modelle. Jetzt folgt der nächste Schritt: Am 1. September dieses Jahres endet die Produktion der meisten Halogenlampen. LED und Energiesparlampen sind die Alternativen – das sollten Verbraucher zum Austausch wissen.

Lohnt sich ein Austausch?

Im Vergleich zu Glühbirnen und Halogenleuchten haben Energiesparlampen eine hohe Lichtausbeute und sparen dadurch Strom. Energiesparlampen sind 80 Prozent effizienter als eine herkömmliche Glühlampe. Nach Angaben der Deutschen Energieagentur (Dena) in Berlin halten sie in der Regel etwa 6000 bis 15 000 Stunden.

Muss ich Glüh- und Halogenlampen zu Hause zwingend entfernen?

"Nein, zu Hause kann ich tun und lassen, was ich will", sagt Martin Brandis von der Energieberatung des Verbraucherzentrale Bundesverbands in Berlin. Allerdings sei es nicht empfehlenswert, heute noch Glühbirnen zu verwenden. Denn sie verbrauchen sehr viel Strom, und es gibt inzwischen gute LEDs und Energiesparlampen, die ein ähnliches Licht erzeugen.

Darf der Handel mir noch Glüh- und Halogenlampen verkaufen?

"Ja, Restbestände dürfen verkauft werden", stellt Iris Vollmann von der Brancheninitiative Licht.de in Frankfurt klar. Neue Glühbirnen kommen aber schon seit 1. September 2012 nicht mehr in den Handel. Bei den meisten Halogenlampen stoppt die Produktion zum 1. September: Hochvolt-Halogenlampen für normale Netzspannung von 230 Volt werden dann gar nicht mehr hergestellt, Niedervolt-Halogenlampen für eine Spannung von 12 Volt nur noch, wenn sie mindestens die Energieeffizienzklasse B aufweisen. Klare Halogenlampen mit den Sockeln R7s und G9 bleiben in der Effizienzklasse C weiter im Handel, weil es für sie noch keinen Ersatz gibt.

Woran erkenne ich alte Birnen?

An ihrer Birnen- oder Kerzenform. Die klassische Glühlampe hat zudem unten einen Metallsockel zum Schrauben und oben ein Glas, in dem sich ein Wolfram-Draht befindet, der für die Lichterzeugung zuständig ist. "In einem Haushalt können sich aber noch verschiedene andere Lampenarten finden, die äußerlich der alten Glühlampe ähneln, nämlich Halogen- und Kompaktleuchtstofflampen sowie LEDs", erläutert Dietlinde Quack vom Öko-Institut in Freiburg. Halogenlampen haben oft eine spot-ähnliche Bauform, es gibt sie aber auch in Birnenform. Der Glühdraht ist von einem Schutzgas, dem Halogen, umgeben. Eine LED-Lampe sieht der herkömmlichen Glühlampe ähnlich und kann sie ohne weitere Anpassungen ersetzen – weshalb sie auch LED-Retrofit-Lampe genannt wird. Ihr fehlt in der Regel jedoch der klassische Glühfaden; die Lichtquelle bilden stattdessen Dioden. Die Energiesparlampe ist an einer gebogenen, gewendelten oder mehrfach gefalteten Röhre zu erkennen. Solche Lampen besitzen in der Regel ein integriertes Vorschaltgerät und einen Schraubsockel, um wie Glühlampen eingesetzt werden zu können.

Früher sagte mir die Watt-Zahl, wie hell eine Leuchte ist. Und jetzt?

Weit verbreitet waren früher 40-, 60- und 100-Watt-Birnen. Für LEDs und Energiesparlampen gibt laut Brandis die Einheit Lumen (lm) Auskunft über die Helligkeit. Als Faustregel gilt: Etwas mehr als zehn Lumen entsprechen etwa einem Watt. Will man eine 40-Watt-Glühbirne ersetzen, wählt man also ein Energiesparmodell mit 470 Lumen. "Auf vielen Verpackungen steht neben der Lumenzahl die Wattzahl einer gleichhellen Glühbirne", so Brandis. Drucke ein Hersteller zum Beispiel auf seine Lampenpackung "So hell wie eine 60-Watt-Glühlampe", dann müsse die LED-Lampe 806 Lumen haben. Bei 100 Watt wären es 1400 Lumen.

Was muss ich beim Einkauf sonst noch beachten?

Wichtig ist bei den neuen Leuchtmitteln auch die Farbtemperatur, die in Kelvin angegeben wird. Eine wohnliche Lichtfarbe verheißen warmweiße Lichtquellen mit 2700 bis 3000 Kelvin. Das entspricht etwa dem Licht einer Glühbirne. Neutralweiße oder tageslichtweiße Lichtquellen haben eine höhere Kelvinzahl. Wichtig ist außerdem der Farbwiedergabeindex (Ra). Er beschreibt, wie natürlich Farben wiedergegeben werden. Für Wohnbereiche ist Ra 80 oder mehr richtig. Außerdem sollte man auf die gleiche Bauform und den passenden Sockel achten.

Wie gefährlich sind Energiesparlampen?

Energiespar- und Leuchtstofflampen enthalten geringe Mengen Quecksilber. Bei einem Bruch kann es in geringer Konzentration in die Raumluft gelangen. Zwar liegt die Belastung in der Regel unter den in Deutschland geltenden Grenzwerten. "Wer ganz sichergehen will, sollte im Fall des Falles 15 bis 20 Minuten lang lüften und in dieser Zeit den Raum verlassen", rät Lichtexpertin Vollmann. Beim Auflesen der Bruchstücke sollte man Einweg- oder Haushaltshandschuhe verwenden und kleinere Teile lieber mit einem feuchten Tuch oder Klebeband aufnehmen, nicht mit dem Staubsauger. Der Abfall sollte in einem festen Karton und einer luftdicht verschließbaren Plastiktüte oder in einem Glas mit zuschraubbarem Deckel bei der nächsten Sammelstelle entsorgt werden.