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27. September 2010
Mini-BHKW bringt Rendite
Wird viel elektrische Energie benötigt, lohnt sich die stromerzeugende Heizung schnell.
Mancher Immobilienbesitzer ist mit einer Photovoltaikanlage unter die Stromerzeuger gegangen. Strom kann aber auch mit Mini-Blockheizkraftwerken (Mini-BHKW) produziert werden. Praktisches Nebenprodukt ist Wärme, die im Haus für Heizung und Wasser genutzt werden kann. Das Prinzip nennt sich Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und ist eine der effizientesten Möglichkeiten der Energieerzeugung. Schließlich gibt es kaum Umwandlungs- und keine Übertragungsverluste (siehe Grafik).
Damit sich das Kraftwerk im eigenen Keller wirtschaftlich lohnt, muss ein entsprechender Energiebedarf vorliegen. Denn der Stromverkauf – also die Einspeisung ins Netz – wirft nicht genug ab, dass sich das Mini-BHKW in Kürze bezahlt machen würde. "Schnell wirtschaftlich interessant wird es dann, wenn der erzeugte Strom selbst genutzt werden kann", sagt Rainer Schüle von der Energieagentur Regio Freiburg. Ein Ein- oder Zweifamilienhauses ist also nicht der richtige Ort, um ein Mini-BHKW lukrativ zu betreiben. Denn die jährlich erzeugte elektrische und thermische Energie kann nicht einmal von zwei verschwenderischen Großfamilien verbraucht werden.
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"Hohe Renditen sind bei der Eigenversorgung eines Achtfamilienhauses oder größerer Objekte zu erwarten", erklärt Christian Meyer, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer der Firma Energy Consulting in Umkirch. Für rund 80 Mehrfamilienhäuser mit bis zu 185 Wohneinheiten kümmerte er sich bereits darum, dass die Bewohner heute Strom und Wärme aus Mini-BHKW nutzen können.
Mini-BHKW-Betreiber kann eine Einzelperson oder beispielsweise eine Eigentümergemeinschaft sein. Allerhand Regeln müssen vor der Inbetriebnahme des Kraftwerks beachtet werden. Dass das kompliziert sein kann, bestätigt Schüle: "Kleinere Betreiber haben oft nicht das Know-how und die Zeit, um regelmäßig eine Rückerstattung der Mineralölsteuer beim Zollamt zu beantragen, den EEX-Index der Leipziger Strombörse zu verfolgen oder rechtliche Vereinbarungen zu organisieren, die bei Eigenstromnutzung in größeren Wohngebäuden notwendig sind." Dem Laien kann da schnell der Kopf rauchen. Erneuerbare-Energien-Fachmann Meyer dagegen hantiert ganz routiniert mit Zahlen und Fachbegriffen: Als Eigenversorger müsse man etwa die Mehrwertsteuer nicht vorfinanzieren, die EEG-Umlage (EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz) falle weg und so weiter.
Was unterm Strich für den Betreiber entscheidend ist: Wird der Strom direkt vor Ort genutzt, hat er 17 Prozent mehr Geld in der Tasche, als wenn er die Energie ins allgemeine Netz einspeisen würde. Als Einzelperson kann er aber nicht Strom für acht oder mehr Wohneinheiten verbrauchen und muss die Energie loswerden. Vermietet er beispielsweise das Mini-BHKW an die Bewohner, profitieren beide Seiten: Der Betreiber kann eine hohe Rendite erwirtschaften, der Bewohner ist unabhängig vom Strompreis und bekommt günstige Energie.
"Jeder bezahlt seine 20 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. Ob diese 20 Cent nun als Strompreis bezeichnet werden oder als Kostenanteil für die Miete des Mini-BHKW, spielt keine Rolle", sagt Meyer. Nur die großen Energieversorger hätten keinen Nutzen, so Schüle: "Wenn Strom in den Mini-BHKW produziert wird, heißt das automatisch, dass die Leistung der Großkraftwerke gedrosselt werden muss."
Autor: Manuela Müller



