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25. Januar 2012
Neue Kleidung für den Sessel
Viele alte Polstermöbel lassen sich durch einen neuen Bezug vom Raumausstatter modernisieren.
Nicht nur Design und Farbe zählen: Um lange etwas vom neuen Sofa oder den Esszimmerstühlen zu haben, sollten diese auch robust und gut zu pflegen sein. Schließlich sitzt man oft stundenlang darauf, rutscht auch mal hin und her. Beim Kauf von Möbeln sollte man Reibechtheit, Scheuerbeständigkeit und Lichtechtheit des Polsterstoffes abfragen.
Vor allem aber sollten Käufer auf die Pflegebedürfnisse der Bezüge achten – denn jeder Stoff verschmutzt über kurz oder lang. "Allein schon das Daraufsitzen führt zur sogenannten Farbmigration – das heißt, dass dunkle Kleidungsstücke wie Jeanshosen auf die Polsterstoffe abfärben", erklärt Wilfried Gatzke vom Verband Deutscher Möbelsachverständiger. Das sei unvermeidlich und fällt gerade bei hellen Bezügen besonders auf.Deshalb sagt der Sachverständige auch: Es gebe keine wirklich pflegeleichten Stoffe. Grundsätzlich seien aber synthetische Materialien wie Viskose oder Polyester pflegefreundlicher als Naturmaterialien wie Seide, Wolle, Leinen und Baumwolle. Für einen Haushalt mit Kindern empfiehlt Gatzke abwaschbare Möbelstoffe wie etwa Kunstleder. "Allerdings können billige Kunstleder schnell spröde werden und reißen", schränkt er ein. Hochwertige Kunstleder seien dagegen fast so gut haltbar wie echtes Leder.
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Das edelste echte Leder ist das Anilinleder. "Es ist naturbelassen, offenporig, sehr empfindlich und wird mit der Zeit speckig", erklärt Gatzke. Es gibt auch Semianillinleder – es ist echtes Leder, das mit einer schützenden Farbschicht überzogen wird. Die charakteristische Struktur und die Maserung des Leders bleiben aber erhalten. Noch pflegeleichter ist Glattleder, auch gedecktes Leder genannt. Es wird komplett mit einer elastischen Farbschicht überzogen.
Am meisten schaden dem Leder Licht und Trockenheit, weshalb die Sitzmöbel besser nicht direkt an der Heizung oder am Fenster stehen – das gilt auch für Modelle mit anderen Bezügen, denn Farben und Stoff jeder Art vergilben bei Sonneneinstrahlung. Jalousien oder Vorhänge können schützen, notfalls sollten die Möbel aber abgedeckt werden.
Neben dem Bezug ist das richtige Innenleben wichtig. "Schaumstoff wird über kurz oder lang porös und bröselig, außerdem ist es nicht abbaubarer Sondermüll", sagt der Polsterer Andreas Gebhardt aus Berlin. Besser seien Polsterungen aus richtig geschnürten Federn, Rosshaar, Werk, Palmfasern und Federleinen – so wie sie einst traditionell hergestellt wurden. "Solche Möbel halten länger, sitzen sich nicht so schnell durch und sind umweltfreundlich", erklärt Gebhardt. Gegen Mottenbefall in Polstern und Bezügen helfen Sandelholz und Lavendelblüten.
Überhaupt rät der Fachmann zur Nachhaltigkeit: "Nicht immer muss man etwas neu kaufen, oft lohnt es sich auch, Polstermöbel neu beziehen oder aufarbeiten zu lassen." Stühle werden mit Hussen geschont. Die Bezüge sind abnehmbar und in der Regel waschbar. Allerdings kann es heikel sein, Bezüge von Sitzpolstern in der Maschine zu waschen. "Wenn sie nur ein bisschen einlaufen, hat man ein Problem", warnt Siegfried Lange vom Deutschen Textilreinigungsverband. Deshalb rät er, die Reinigung von Polstermöbeln einem Fachmann zu überlassen.
Autor: dpa
