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14. Oktober 2010
Schön trotz Dämmung
Auch Denkmäler lassen sich energieeffizient sanieren.
Denkmalgeschützte Gebäude geben dem Stadtteil ein unverwechselbares Gesicht. Ihre Erhaltung ist aber nur möglich, wenn sie mit vertretbaren Energiekosten bewirtschaftet werden können. "Ziel einer Sanierung sollte sein, Denkmalschutzinteressen mit den Energieeinsparmaßnahmen in Einklang zu bringen", erklärt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg.
Die Zahl der Baudenkmäler in Baden-Württemberg wird auf rund 90 000 geschätzt, etwa 80 000 davon sind Wohnhäuser. Das sind etwa drei Prozent der 2,3 Millionen Wohngebäude im Südwesten. Viele von ihnen sind älter als 100 Jahre. "Aufgabe des Denkmalschutzes ist die weitgehende Erhaltung der originalen Bausubstanz und des historischen Erscheinungsbildes", sagt Gerhard Freier von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg. "So dürfen etwa Jugendstilfassaden aus der Jahrhundertwende nicht einfach hinter einer Wärmedämmung verschwinden."Doch auch für diese Gebäude gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Energie einzusparen. Voraussetzung ist jedoch, dass bei der Planung der energetischen Sanierung Denkmalschutzbehörde, Architekten, Fachplaner, Bau- und Energieexperten, Handwerker und die Nutzer eng zusammenarbeiten.
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Beispiel Fassade: Bei einer Blockrandbebauung ist oftmals nur die Fassade zur Straße hin gegliedert und liebevoll verziert, die Fassade zum Hof und zum Nachbargebäude dagegen lediglich verputzt. "In diesen Fällen kann die Hoffassade von außen gedämmt werden, zur Straßenseite besteht die Möglichkeit der Innendämmung", so Freier. Wichtig ist, dass Material und Konstruktion der Wand aufeinander abgestimmt und bauphysikalisch geprüft werden. Wird eine Fassade von innen gedämmt, empfiehlt sich der Einsatz von Calciumsilikat- oder Mineraldämmplatten.
Bei denkmalgeschützten Fenstern sind die Behörden besonders genau, was die Außenwirkung betrifft. Neue Energiesparfenster mit einem breiteren Rahmen werden in der Regel abgelehnt. Soll ein Fenster ausgetauscht werden, können Fensterbauer die alten Fenster unter Einsatz von Wärmeschutzverglasung nachbauen oder die vorhandenen Fenster restaurieren und den Energieverlust durch eine zusätzliche Isolierglasscheibe im Inneren reduzieren.
Die Wärmedämmung von Dach und Kellerdecke ist meist ohne Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbilds machbar. Ist der Dachstuhl nicht ausgebaut, besteht die Möglichkeit, einfach die oberste Geschossdecke zu dämmen. "Geht das nicht, kann zwischen und unter den Sparren gedämmt werden. So bleiben die Optik und Proportion des Gebäudes erhalten", so Freier. Die Dämmung der Kellerdecke von unten können Hausbesitzer oft sogar selbst vornehmen. Die Dämmstärke wird hier aber meist von der vorhandenen Raumhöhe begrenzt. Unproblematisch ist die Energieeinsparung, wenn es um den Austausch der Heizung geht. Auch erneuerbare Energien wie Holzpelletskessel sind kein Problem, nur bei Solaranlagen auf dem Dach gibt es Hindernisse.
Autor: BZ



