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05. Juni 2012

Torfbrände – leicht zu entzünden, schwer zu löschen

Torfbrände gefährden Natur und Mensch / Sie schwelen sogar im eisigen russischen Winter / Torf kann unterirdisch brennen.

  1. Ein Torfbrand in der Nähe von Hannover im Jahr 2010 Foto: dpa

Die Auswirkungen des Torfabbaus kann man in vielen Teilen der Welt beobachten. Zieht eine Dürre ins Land, trocknen die entwässerten Moore aus und entzünden sich. Sehr eindrücklich geschah dies vor fast zwei Jahren in Westrussland. Infolge der ungewöhnlichen Hitzewelle im Sommer 2010 brannten hauptsächlich um Moskau riesige trockengelegte Moorflächen. Tagelang waren die Moskowiter beißendem Qualm ausgesetzt. Die Kohlenmonoxidwerte erreichten gesundheitsgefährdende Ausmaße. Nicht einmal der darauf folgende russische Winter vermochte die Feuer vollständig zu löschen.

Die Ursache dieses Torfabbaus reicht in die Sowjetzeit zurück. Bis Ende der 80er Jahre wurden Moore großflächig für Land- und Forstwirtschaft trockengelegt. Nach dem Niedergang der Sowjetunion wurden diese Gebiete sich selbst überlassen. Schließlich brach das Feuermelde- und Feuerschutzsystem unter Putin vollständig zusammen. Nun gibt es laut dem Moorökologen Andreas Haberl schlecht gepflegte Forste, in denen viele abgestorbene und zu dicht stehende Bäume schnell Feuer fangen.

"Bevor die Behörden das überhaupt mitbekommen, brennt der Torf unter dem Wald", sagt er. Das Problem: Das Feuer brennt sich immer tiefer in den Torf hinein, bis das letzte Wasser im Torf verdunstet ist. Das allerdings kann theoretisch Jahre dauern – selbst bei minus 30 Grad Außentemperatur. Es gibt ein Moor in Südafrika, das bereits seit mehreren Jahren unterirdisch brennt. Bisher sind alle Versuche gescheitert, es zu löschen. Der wohl größte Torfbrand der vergangenen Jahrzehnte entzündete sich Ende der 90er Jahre in Indonesien. Ein ausgeprägtes El-Nino-Ereignis führte zu einer folgenreichen Dürre. Daraufhin brannte es monatelang.

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Autor: Andreas Frey


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