Interviewe

Wie verbrennt man Gartenabfälle richtig?

Chiara Velten

Von Chiara Velten

Fr, 03. August 2018 um 00:00 Uhr

Haus & Garten

"Beim Verbrennen darf kein Funkenflug entstehen": Polizeisprecher Dietmar Ernst über den richtigen Umgang mit Grünschnitt und dem Verbrennen von Gartenabfällen.

RHEINFELDEN. In den vergangenen Tagen gab es einige Polizeimeldungen, die von Problemen mit dem Verbrennen von Gartenabfällen handelten. BZ-Praktikantin Chiara Velten hat sich darüber mit Polizeisprecher Dietmar Ernst unterhalten.

BZ: Herr Ernst, darf ich meine Gartenabfälle verbrennen? Wenn ja, was muss ich beachten und gibt es bestimmte Regeln?
Ernst: Ja, wenn die Bestimmungen der Verordnung der Landesregierung über die Beseitigung pflanzlicher Abfälle außerhalb von Abfallbeseitigungsanlagen eingehalten werden. Es gibt keine bundesgesetzliche Regelung, dafür etliche Normen – darunter fallen auch örtliche Polizeiverordnungen – die in Frage kommen, zum Beispiel das Abfallbeseitigungsgesetz. In aller Regel wird beim Verbrennen von Gartenabfällen stets irgendeine Vorschrift verletzt. Daher sollte man sich vor dem Verbrennen bei der zuständigen Behörde ausreichend informieren.
BZ: Welche Bestimmungen der Landesregierung wären das?
Ernst: Das Verbrennen ist nur im Außenbereich erlaubt und nur dort, wo die Abfälle anfallen und nur dann, wenn sie nicht in den Boden eingearbeitet werden können. Abfälle müssen trocken sein, so dass sie unter möglichst geringer Rauchentwicklung verbrennen.Das Feuer ist ständig unter Kontrolle zu halten, es darf kein Funkenflug entstehen.

BZ: Das war’s?

Ernst: Nein. Die Abstände zu Straßen sind einzuhalten, zum Beispiel 100 Meter zu Bundesstraßen. Auch von Gebäuden und Baumbeständen muss ich mindestens 50 Meter weit weg sein. Außerdem darf ich nichts verbrennen bei starkem Wind oder nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang. Das Feuer muss außerdem bei Verlassen der Feuerstelle erloschen sein.
BZ: Gibt es während der Trockenzeit besondere Gesetze?
Ernst: Es gibt Regelungen des Landes-Naturschutzgesetzes und des Landeswaldgesetzes. Das Landeswaldgesetz verbietet so von März bis September das Rauchen im Wald und auf Waldwegen. Außerdem greift das sogenannte Landesordnungswidrigkeitengesetz und einige weitere Vorschriften.

BZ: Wie viele Einsätze hatten Sie schon in dieser Saison dazu?
Ernst: Im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Rheinfelden gab es in diesem Jahr schon mehrere solcher Einsätze – entweder aus eigener Feststellung oder nach Mitteilungen von Bürgern, die Qualm sehen und uns informieren.

BZ: Welche Strafen erwarten die Verursacher,wenn Sie erwischt werden?
Ernst: Darüber entscheidet die Bußgeldstelle beim Landratsamt. Eine Orientierung bietet der Umwelt-Bußgeldkatalog.

BZ: Achten Sie besonders darauf, wenn sie zum Beispiel Streife fahren und an Schrebergärten vorbeikommen?
Ernst: Ja, denn es kommt auch immer mal vor, dass neben den erlaubten pflanzlichen Abfällen (Baumschnitt und mehr) auch andere Abfälle, einschließlich Kunststoffe oder behandeltes Holz mitverbrannt werden. Und das ist verboten.