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07. Januar 2012
Wohnen soll teurer werden
Experten gehen für Mieter und Immobilienkäufer von höheren Kosten aus / Steigende Energiepreise und hohe Immobiliennachfrage.
Mieter und Immobilienkäufer müssen sich in diesem Jahr auf steigende Kosten einstellen. "Auf der einen Seite steigen die Heizkosten immer weiter, weil Energie immer teurer wird", sagt der Präsident des Deutschen Mieterbunds, Franz-Georg Rips. Außerdem erwartet er deutliche Steigerungen bei Neuvermietungen – vor allem in angespannten Wohnungsmärkten wie etwa in Freiburg. Für die eigenen vier Wände müssen Immobilienkäufer nach Einschätzung von Experten im gerade begonnenen Jahr ebenfalls mehr bezahlen.
So haben die Immobilienpreise nach mehreren flauen Jahren 2011 wieder kräftiger angezogen. Nach Berechnungen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken war selbst genutztes Wohneigentum in Deutschland zuletzt so teuer wie nie seit Beginn der Ermittlung des Wertes im Jahr 2003. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen die Preise um 2,7 Prozent. Vor allem für Eigentumswohnungen mussten Käufer 2011 mehr Geld hinlegen: Sie verteuerten sich binnen Jahresfrist um 5,2 Prozent. Dieser Trend dürfte sich nach Einschätzung von Fachleuten fortsetzen, zumal die Zinsen derzeit extrem niedrig sind: Dadurch sind Darlehen vergleichsweise günstig, was die Nachfrage weiter beleben dürfte. Außerdem werde der Markt angesichts der Schuldenkrise weiter davon profitieren, dass Immobilien von Anlegern als vergleichsweise sicheres Investment angesehen werden.
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So rechnen die privaten Bausparkassen in Deutschland nach Zuwächsen 2011 auch 2012 mit einem Plus beim Neugeschäft. Die Schuldenkrise verstärke den Trend hin zu sicheren Spar- und Finanzierungsformen, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der privaten Bausparkassen, Andreas Zehnder. "Was früher als langweilig belächelt wurde, hat neuen Charme erhalten." Auch das niedrige Zinsniveau trage zu der positiven Entwicklung bei.
Für Mieter dürfte es nach Ansicht von Mieterbundschef Rips vor allem bei Neuverträgen in angespannten Wohnungsmärkten teurer werden: "Hier dürften die Mieten zwischen zehn und 30 Prozent über den ortsüblichen Vergleichsmieten liegen." Bei den Heizkosten erwartet der Verbandschef Steigerungen von bis zu zehn Prozent. "Der Prozess, der 2010 und 2011 schon zu beobachten war, wird sich fortsetzen", so Rips. Im zu Ende gehenden Jahr mussten die Mieter laut Rips durchschnittlich eine Zunahme bei den Wohnkosten, die sich aus Mieten und Nebenkosten zusammensetzen, von mehr als drei Prozent hinnehmen. Kostentreiber seien die Heizkosten gewesen.
Autor: dpa
