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13. März 2010
Die Puppe wird zuletzt eingepackt
Der Umzug mit Kindern in eine andere Stadt sollte behutsam angegangen werden.
Wie oft schlafen ist ein halbes Jahr? Und wo ist die eigentlich, die andere Stadt, in der die Familie künftig wohnen wird? Kommt Poppi, die Lieblingspuppe, auch mit? Oder bleibt sie zurück wie die Freunde? Das sind Fragen, die Kinder beschäftigen, wenn ihre Eltern ihnen sagen: Wir ziehen um. Und genau diesen Fragen sollten sich die Erwachsenen auch stellen. Denn je offener sie mit ihren Kindern sprechen, desto eher kommen die mit der Situation klar. Ansonsten gilt: Trotz des Umzugs möglichst viel beim Alten lassen. Bevor der Umzug nicht sicher feststeht, ist er nichts für Kinderohren. "Mit Ungewissheit können Kinder schlecht umgehen", erläutert Susanne Egert, Psychotherapeutin bei der Evangelischen Jugendhilfe Rendsburg. Und auch wenn die Entscheidung bereits gefallen ist, müssen Kinder sie nicht sofort erfahren – vor allem, wenn sie noch klein sind und kein Gefühl für zeitliche Angaben haben. Aber sobald die Kinder die Unruhe der Eltern mitbekommen und Fragen stellen, sollten sie ehrliche Antworten erhalten.
Mit einem müssen Eltern vor einem Umzug rechnen: dass ihr Kind Angst hat. Kindern im Vorschulalter könne helfen, ein Bilderbuch über einen Umzug immer wieder anzuschauen. So bekomme das Kind eine Vorstellung davon. Ältere Kinder kennen vielleicht jemanden, der schon einmal umgezogen ist, sagt Karin Jacob, Diplom-Psychologin beim SOS-Familienzentrum Berlin. "Der kann erzählen, wie das war."
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Dürfen Eltern von ihrer eigenen Angst erzählen? Egert ist da skeptisch: "Das Kind braucht Rückhalt. Eltern geben ihm diese Stabilität", sagt sie. Jacob rät ebenfalls zu Zurückhaltung: "Eltern dürfen schon sagen, dass sie traurig sind oder etwas Angst haben", findet sie. Doch dann sollte sofort folgen: "Aber ich habe schon Ideen, das und das kann ich dagegen machen!" So zeigten Mütter und Väter Lösungsmöglichkeiten auf.
Damit Kinder sich besser vorstellen können, was auf sie zukommt, lohnt ein Ausflug in die neue Stadt. Erleben sie dort Schönes – beim Besuch eines Spielplatzes zum Beispiel –, wirkt das neue Zuhause gleich sympathischer, erklärt Egert. Auf der Wohnungssuche hätten Kinder dagegen nichts verloren. Jacob rät, vorher mit ihnen zu besprechen, was sie sich in der neuen Wohnung wünschen – wobei allerdings sofort klar sein muss, was nicht möglich ist. Ist die neue Bleibe gefunden, können Kinder bei der Einrichtung mitreden. Doch während Erwachsene es oft toll finden, alles ganz neu zu gestalten, verunsichere das Kinder, warnt Egert. Je jünger die Mädchen und Jungen sind, desto wichtiger sei ihnen die direkte Umgebung. Deshalb sollten Eltern vor allem beim Kinderzimmer möglichst viel aus der alten in die neue Wohnung übernehmen.
Rückt der Umzug näher, sollten Eltern eines nicht tun: den Termin zum Anlass nehmen, einmal gründlich das Kinderzimmer auszumisten. "Da sollten die Großen erstmal bei sich anfangen", sagt Dierk Hochgesang vom Bundesverband Möbelspedition in Hattersheim am Main. Er rät, das Kinderzimmer möglichst lange unangetastet zu lassen und dort erst am Umzugstag zu packen. Das Kind sollte seiner Ansicht nach selbst beim Packen helfen – selbst wenn es dabei im Weg steht. "So sieht es, dass seine Sachen alle mitkommen." Und oft helfe es auch, wenn das Lieblingsstofftier nicht im Umzugskarton, sondern im Auto der Familie mitfährt – und somit ganz sicher nicht verloren gehen kann. Im neuen Zuhause ist das Kinderzimmer dann der Raum, der möglichst früh wieder eingerichtet wird, rät Egert. So falle es dem Kind leichter, sich einzugewöhnen.
Autor: Carina Frey/dpa/tmn
