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18. Juni 2012
Ein digitales Lebensbuch
Freiburger will Demenzkranken mit seiner Erfindung helfen.
Mehr als eine Million Deutsche leiden unter Demenz. Viel wird darüber nachgedacht, das individuelle Wohlbefinden der Menschen zu verbessern. Ein neues Projekt aus Freiburg setzt dabei auf moderne Computertechnik. "Ich will helfen, dass Demenzkranke neue Anknüpfungspunkte zu ihrer immer stärker verblassenden Umgebung finden, sie sollen trotz ihrer kognitiven Einschränkungen mit Freunden und Angehörigen kommunizieren können", sagt Willy Fickelscheer. Dazu hat der 61-Jährige ein digitales Foto-Buch entwickelt, in dem auch Menschen mit fortgeschrittener Demenz intuitiv blättern und so Erinnerungs- und Gesprächsanstöße erhalten sollen.
Das am besten auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm abrufbare Buch wird dabei für den jeweiligen Nutzer individuell zusammengestellt. Kostenpunkt je nach Aufwand zwischen 100 und 300 Euro. Eingefügt werden können außer Fotos auch kleine Familienvideos, Lieblingslieder oder Geräusche. So entsteht ein "sprechendes" Lebensbuch, das zur Erinnerungsreise einlädt. Ein ehemaliger Forstarbeiter sieht sich dann beispielsweise im Wald beim Baumfällen und hört gleichzeitig Axtschläge und den ins Unterholz krachenden Baum.
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Edeltraut Kambach, Leiterin der Freiburger Caritas-Altenhilfe, sieht das Projekt kritisch. "Die Grundidee, demenziell Erkrankte mit Fotos und Video-Fundstücken aus glücklichen Zeiten emotional zu packen, ist gut, aber dazu braucht es keine Computertechnik", so die Sozialpädagogin. Besser und zudem gängige Praxis sei es, den Betreffenden direkt die originalen Fotos oder andere Erinnerungsstücke in die Hand zu geben.
Autor: KNA



