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01. Februar 2010
Flittern mit Köpfchen
In den Flitterwochen auch Streittag einplanen
Nach dem Tag der Tage in den erholsamen Urlaub. Hochzeitsreise in die Sonne, Flitterwochen unter Palmen. Es könnte alles so schön sein. Hauptsache das Paar ist sich einig über die gemeinsamen Vorstellungen und Wünsche, sonst kann es Streit geben. Ein Experte rät sogar, extra einen Streittag einzuplanen.
Nur weil sie Flitterwochen heißen, müssen die Ferien nach der Hochzeit nicht zwangsläufig gelingen. "Viele Paare erhoffen sich davon ganz viel, machen sich aber keine konkreten Gedanken", sagt der Diplom-Psychologe Jörg Wesner von der Paarberatung "Paare in Bewegung" in Hamburg. Für den einen sei zum Beispiel ein exotisches Ziel wichtig, für den anderen Romantik oder Abenteuer. Über diese Vorstellungen sollten sich Paare verständigen, sonst kann es schnell Streit geben.
Außerdem tun beide gut daran, den anderen zu überraschen und ihm eine Freude zu bereiten, sagt Wesner. Statt von einer Attraktion zur nächsten zu hetzen, sollten sich Paare einzelne Höhepunkte heraussuchen: Mal ist das etwas, was sie sich erträumt hat, mal etwas, das er toll findet. Zur Planung der Flitterwochen gehörten aber genauso Ausruhtage und ein Streittag: "Da kann man sich anschreien und mit Kissen schmeißen. Dann hat man das hinter sich und für den Rest des Urlaubs Ruhe."
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Zwar nutzten die wenigsten Paare diesen Streittag. Wenn einer aber anfängt zu motzen, könne der andere sagen: "Ach, ist heute unser Streittag" – und auch einsteigen. Denn auch die Flitterwochen sind selten nur toll: Auch am Traumziel kann es regnen, und auch ein teurer Flug hat möglicherweise Verspätung. "Der Mensch sucht dann gern einen Schuldigen. Wenn man anfängt mit "Du wolltest ja unbedingt hierher", sitzt man in der Falle", sagt Wesner. Bei solchen Pannen seien Kreativität und Realitätssinn gefragt.
Statt sich damit aufzuhalten, was alles hätte sein können, kann der Urlaub zum Beispiel auch abgebrochen und anderswo fortgesetzt werden. Gut sei außerdem, die Flitterwochen bewusst anzufangen und zu beenden: "Das kann ein Ritual sein", sagt Wesner. So könne das Paar zum Beispiel am letzten Tag ein kleines Boot mit einer Kerze ins Meer setzen und davonfahren lassen.
Autor: Carina Frey, tmn
