Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

01. Februar 2010

Ganz in Grün

Jawort im Sinne der Natur: Ökologisch korrekt heiraten ist im Trend

  1. Die umweltbewusste Braut fährt nicht in der Strechtlimousine vor die Kirche, sondern mit dem Rad. Foto: fotolia.com/van den Berg

  Am Hochzeitstag soll alles perfekt sein. Und als Spielverderber und Miesepeter will kein Gastgeber dastehen. Manchem Paar ist es in diesen Zeiten aber wichtig, Umwelt und Klima bei den eigenen Planungen zu beachten. Denn allein die Feier mit 80 oder 100 Gästen macht viel Müll. Bettina Pyczak ist der Ansicht, die Planung mit Blick auf Natur und Ressourcen bereite sogar mehr Spaß als der konventionelle Weg: "Man plant viel bewusster", sagt die Autorin des Ratgebers "Grün heiraten" aus München. Und schon mit einfachen Tricks lasse sich viel gestalten.    

So sei es ideal, alle Events der Hochzeit an einem Ort stattfinden zu lassen. "Wenn standesamtliche und kirchliche Trauung, Sektempfang und Feier zum Beispiel komplett in einem Kloster begangen werden, sparen sich die Gäste lange Anfahrtswege."    

Auch die Wiederverwertung von Hochzeitszubehör sei einfach und effektiv. Klassische Hochzeitsschuhe beispielsweise könne man meist nach der Feier nicht mehr tragen. "Besser sind Pumps oder Riemchensandalen, die auch im Alltag genutzt werden können", empfiehlt die Autorin. Genauso verhalte es sich mit Taschen und anderen Accessoires, die von Braut, Trauzeugen und Brautjungfern getragen werden.    

Werbung


Wer "grün" heiraten möchte, sollte auch darauf achten, so wenig wie möglich an Müll zu produzieren. Ein Weg sei die Kommunikation per E-Mail – es fällt weniger Papier für Einladung, Anfahrtsbeschreibung und Danksagung an. "Und um zu vermeiden, dass die Gäste unbrauchbare Dinge schenken, gilt: Erst überlegen, was man wirklich braucht, dann die Hochzeitswunschliste erstellen." Spenden im Namen des Brautpaares an gemeinnützige Organisationen seien eine Alternative.    

Für die Dekoration empfiehlt Pyczak saisonale Blumen, die in der Region angebaut werden. Zudem sollten mehr Topf- und weniger Schnittblumen gekauft werden, um den Wiederverwertungsgrad hoch zu halten. Und es gebe Caterer, Hotels und Locations, die sich auf biologische Büfetts spezialisiert haben.    

Wer bei seiner Hochzeit auf die Umwelt achtet, sollte aber vor allem von dieser Einstellung auch danach nicht absehen. "Der einwöchige Honeymoon-Kurztrip auf die Malediven gilt als echter Sündenfall. Fliegen ist die energie- und emissionsintensivste Form der Fortbewegung", sagt Pyczak.

Autor: Franziska Fiedler, tmn