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29. Mai 2012

MOMENT MAL!: Die nackte Zahl – die stört

Von Heidi Ossenberg.

Diese Art von Zeitungstext beginnt oft mit einem persönlichen Bekenntnis. Also gut: Mit Zahlen hatte ich es noch nie. Das mit den miesen Schulnoten in Mathematik habe ich mittlerweile verwunden, aber dummerweise geht es ja auch im späteren Leben nicht ganz ohne Zahlen. Womit ich also, um auf den Punkt zu kommen, immer wieder durcheinander komme, ist das aktuelle Alter meiner vier Patenkinder. Das konkrete Problem ist: Ich vergesse einfach, dass die Zahl ihrer Lebensjahre zunimmt. Natürlich hat das auch etwas damit zu tun, dass die drei Mädels und der Bub (äh, ich merke gerade, der junge Mann ist schon vor geraumer Zeit 18 geworden) einige hundert Kilometer von mir entfernt leben und ich sie wenig sehe. Nun aber hatte Doro angemeldet, mich über Pfingsten besuchen zu wollen. Große Freude, der gleich die Überlegung folgt: Wie alt ist sie gleich wieder? Ein vorsichtiges Telefonat mit ihrer Mutter sollte Gewissheit bringen. 15 Lenze wird sie zählen, bin ich überzeugt, muss jedoch zu meinem Erstaunen hören, dass sie bereits den Führerschein besitzt und begleitetes Fahren praktiziert. Du meine Güte, und ich gehe noch immer in die Jugendbuch-Abteilung, wenn ich ein Geschenk suche, habe ihr sogar vor ein paar Jahren noch so ein Playmobil-Teil besorgt. Peinlich! "Sag’ mal, hast Du eigentlich ein Problem mit Deinem Alter?", fragt mich Doros Mutter mitfühlend. Ach, was. Nur die nackte Zahl – die stört.

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Autor: hoss