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09. Juli 2012
MOMENT MAL!: Einfach mal durchklingeln
Von Laetitia Obergföll.
Überrascht erzählte eine Freundin neulich, dass es bei ihr an der Türe geklingelt habe. Einfach so. Und es war nicht der Paketbote. Es war ein Bekannter, der sie und ihren Freund besuchen wollte. Er hatte drei Flaschen kühles Bier dabei und dachte wohl, einen schönen Abend auf dem Balkon verbringen zu können. Ohne Voranmeldung per Facebook, SMS oder Anruf. Die Drei hatten sich erst wenige Tage vorher getroffen – trotzdem hatte er Lust, seine Freunde wiederzusehen. Enthusiastisch berichtete meine Freundin hinterher, wie sehr sie sich über diesen spontanen Besuch gefreut habe. Anschließend kramte ich in meinen Erinnerungen: Wann hatten zuletzt Freunde bei mir spontan geklingelt? Und wann war ich einfach mal bei ihnen vorbeigeschneit? Irgendwann im Laufe des Erwachsenwerdens muss das verlorengegangen sein. Denn als ich klein war, steckte der Schlüssel bei uns gewöhnlich von außen an der Wohnungstür. Nachbarskinder waren immer willkommen, es war ein ständiges Kommen und Gehen. Als Teenager weckte mich meine beste Freundin regelmäßig, um mit mir nach einer Party Jungsgeschichten zu diskutieren. Auch im Studium kam häufig jemand unangemeldet vorbei. Doch dann war plötzlich alles anders. Paare bezogen gemeinsame Wohnungen, der Alltag war geprägt vom Beruf. Und der Spontanbesuch blieb irgendwie auf der Strecke. Es ist höchste Zeit, das zu ändern.
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Autor: phi



