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16. Januar 2012

MOMENT MAL!: "Zusammen oder getrennt?"

Von Martina Philipp.

Während sie bereits mit einem Plastikstäbchen auf einem Bestellgerät herumtippen, fragen Bedienungen in Cafés und Restaurants sehr gerne: "Zusammen oder getrennt?" Je nach Konstellation der Zahlenden ruft die – durchaus berechtigte Frage – unterschiedliche Reaktionen hervor. "Zusammen", brummen ältere Herren zum x-ten Mal im 33 Jahre währenden Eheleben. "Getrennt", antworten befreundete Frauen mit gelangweilter Routine, weil zwischen ihnen klar ist: Eingeladen wird nur am Geburtstag. Doch es gibt auch diejenigen, bei denen die Frage den Organismus ein wenig in Wallung bringt und sich ein hauchdünner Schweißfilm über die Handballen legt. Das sind diejenigen, die das "Getrennt" zwischen ihren Lippen herauspressen und dabei die Brotkrümel auf dem Boden fixieren, weil sie sich so knausrig und unlocker vorkommen. Insbesondere junge Männer tragen schwer an der Bezahlbürde. Im Zuge der Emanzipation der Frau, so haben sie gelernt, ist Türaufhalten und Die-Frau-Einladen irgendwie von gestern, aber irgendwie auch nicht. Neulich in einem Café: Ein Mann und eine Frau in den Zwanzigern, ihren balzenden Blicken zufolge noch eher unbekannt, möchten zahlen. "Zusammen oder getrennt?" Der junge Mann stockt, der Organismus arbeitet, der Blick flackert. Sie sagt locker: "Das geht zusammen." 40 Euro hat der junge Mann soeben gespart. Er guckt aber so, als ob ihm das nie wieder passiert.

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Autor: phi