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02. Juli 2012

Nichts aus dem Kleiderschrank passt...

Wer unsicher ist, welches Outfit wann angemessen ist oder was ihm am besten steht, kann einen Personal Shopper engagieren.

  1. Einkaufen kann Spaß machen, wenn Frau oder Mann das Richtige wählt. Foto: dpa

Stiefel zum Minirock? Flipflops im Büro? Ohne Krawatte zur Hochzeit? Wer häufig ratlos vor dem Kleiderschrank oder in der Umkleidekabine steht, kann sich an einen Personal Shopper wenden. Die Einkaufs- und Stilberater erteilen gute Ratschläge und gehen mit ins Kaufhaus – auch bei kleinem Budget.

"Vom Banker über die Lehrerin, von Müttern in Elternzeit bis zu Unternehmensberatern, Rentnerinnen oder Studenten: Ich habe schon viele verschiedene Kundinnen und Kunden beraten", beschreibt Silke Gerloff, Personal Shopperin aus Frankfurt ihren Kundenkreis. Ihre Kollegin Sonja Grau, Stilberaterin aus Ulm, fügt hinzu: "Schon Berufseinsteiger wollen sicher sein, dass sie mit einer guten Basisgarderobe ins Geschäftsleben starten und dann gezielt aufbauen können." Je nach Umfang und Leistung bezahlen Einkaufsmuffel, Stilchaoten oder Ratsuchende bei Silke Gerloff zwischen 50 und 500 Euro. Ein dreieinhalbstündiger Kleiderschrank-Check kostet circa 170 Euro. In den Geschäften sind die Beratungsleistungen eines Personal Shoppers vielerorts kostenfrei. "Manchmal wird auch eine Gebühr verlangt, die ab einem bestimmten Einkaufsbetrag entfällt", sagt Siegfried Jacobs vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) in Köln.

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Der Markt ist groß: Es gibt Personal Shopper, Einkaufsberater, Stil- und Farbberater. Letztere beraten ebenfalls zur persönlichen Stilrichtung des Kunden, schauen sich die Körperproportionen an und zeigen auf, wie die Schokoladenseiten betont und wie die Schnittführung von Kleidungsstücken sein muss, damit Problemzonen kaschiert werden, erklärt Silvia Ebner vom Interessenverband deutscher Farb- und Stilberater (ifs).

Der Bedarf an Beratung scheint immer größer zu werden – viele Menschen werden modisch immer unsicherer. "In der Mode ist heute alles möglich. Daher ist es umso schwieriger, typgerechte Kleidungsstücke zu finden", erklärt Ebner das Phänomen. Personal Shopperin Gerloff ergänzt: "Außerdem gibt es immer mehr und schnellere Trends und auch keine festen Kleiderregeln mehr. Die Unsicherheiten steigen mit dem Angebot der Mode und den Veränderungen der Lebensumstände."

Die häufigsten Anliegen seien, sich weiblicher und individueller zu kleiden, passende Teile für den Beruf zu finden und Figurprobleme zu kaschieren. Beraterin Sonja Grau hat zudem Unterschiede zwischen den Geschlechtern ausgemacht: "Männer haben oft Angst, Farbe zu tragen und dann wie ein Papagei auszusehen. Frauen äußern hingegen Bedenken, sich nicht altersgerecht zu kleiden." Ein Personal Shopper kann solche Ängste nehmen und helfen, zum eigenen Stil zu finden.

Autor:                Susanne Collins (dpa)