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30. Januar 2012
Schon Kinder haben Vorurteile
Ergebnis aus 113 Studien.
Die Wurzeln für fremdenfeindliche Einstellungen liegen nach Erkenntnissen des Jenaer Psychologen Andreas Beelmann oft schon in der Kindheit. Folglich müssten Präventionsprogramme in Vor- und Grundschule ansetzen.
Eine Auswertung von 113 Studien weltweit habe ergeben, dass Kinder vor allem im Alter von fünf bis sieben Jahren verstärkt ethnische oder nationale Vorurteile entwickeln – danach ebbe dies häufig wieder ab. Später spiele weniger das Alter als das soziale Umfeld eine Rolle, meint der Experte. Das Grundschulalter sei deshalb eine kritische Zeit, in der sich Vorurteile festigen können. "Wenn es keinerlei Kontakt zu sozialen Fremdgruppen gibt, kann man auch keine persönlichen Erfahrungen machen und hält an pauschalen negativen Bewertungen länger fest," so Beelmann. Das erkläre die oft hohe Fremdenfeindlichkeit in Regionen mit wenig Ausländern. Einmal entstandene Vorurteile könnten auch in späteren Lebensjahren auf hohem Niveau relativ konstant bleiben.
Gerade im Grundschulalter sei es daher wichtig, Kindern Kontakte zu Angehörigen anderer Nationalitäten zu ermöglichen. "Wenn ich einen Freund habe, gehört er zu meiner Identität", glaubt Beelmann. Dann sei die Wahrscheinlichkeit gering, dass ein Kind dessen Ethnie ablehne, weil es auch einen Teil seiner selbst ablehne. Wichtig sei aber, dass bei Präventionsprogrammen nicht nur Kontakte hergestellt, sondern auch gemeinsame Ziele vermittelt werden – etwa über kooperatives Lernen oder Mannschaften im Sport. Auch über indirekte Kontakte oder Geschichten könne Vorurteilen gegen Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe vorgebeugt werden.
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Autor: dpa
