Kolumne

Wie man(n) sich vor dem Tanzen drückt - bisher

Karlheinz Schiedel

Von Karlheinz Schiedel

Mo, 03. April 2017

Liebe & Familie

Herrschaften, aufgepasst: Damenwahl! Es gibt zwei Typen von Männern, denen bei dieser Ansage regelmäßig das Herz in die Hose rutscht: Die notorisch Schüchternen, die Angst davor haben, am Ende ohne Tanzpartnerin dazustehen und die bedauernswerten Tollpatsche, die es partout nicht hinkriegen, zwei Schritte halbwegs unfallfrei aufs Parkett zu setzen. Da auf mich beides zutrifft, habe ich in jungen Jahren beschlossen, den Beruf des Lokalredakteurs zu ergreifen. Den schützt nämlich seine Kamera zuverlässig vor derlei Unbilden: "Oh, sorry! Kann leider nicht, muss fotografieren. Bin schließlich nicht zum Vergnügen hier". Auf diese Weise habe ich mich – zum Leidwesen meiner Ehefrau – bislang recht geschickt durchs Leben laviert. Doch dieses stellt uns bekanntlich immer wieder vor neue Herausforderungen. Während meine Liebste und ich bei der Hochzeit umsichtig auf jede musikalische Umrahmung verzichteten, heiratet unser Ältester bald mit allem Pipapo. Und weil man sich als liebevoller Vater und vorbildlicher Schwiegerpapa keine Blöße geben möchte, sitze ich jetzt nägelkauend vorm PC. Da: "Crash-Tanzkurs! Walzer, Foxtrott und Cha-Cha-Cha in dreimal zwei Stunden". Cha-Cha-Cha! Klingt irgendwie schwer nach Schwindelanfall. Zumal ja die Geschmeidigkeit der Bewegungen im Alter rasant abnimmt. Vielleicht sollte ich doch lieber den Fotoapparat mitnehmen. Sicherheitshalber.