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09. Mai 2011

Solarkraftwerke von Soitec

Die Sonne optimal nutzen

UNTERNEHMEN IN DER REGION: Soitec baut Solarkraftwerke mit hohem Wirkungsgrad.

  1. Soitec-Systeme bündeln das Tageslicht und schauen deshalb immer zur Sonne. Foto: Soitec

FREIBURG. Sie ist ein Beispiel für gelungenen Technologietransfer in Südbaden: Als Ausgründung aus dem Freiburger Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) entstanden, beschäftigt Soitec (früher Concentrix) heute rund 100 Menschen.

Im spanischen Puertollano scheint die Sonne, kein Wölkchen trübt den blauen Himmel, genauso sieht es in Ma’an in Jordanien aus. Aber was ist da in Touwsrivier in Südafrika los? "Hat’s da geschneit?", fragt Hansjörg Lerchenmüller neugierig. Er tritt an den Kontrollmonitor heran und zeigt auf die weißen Spitzen der umgebenden Berge. "Ist ja unglaublich", staunt er. Hansjörg Lerchenmüller ist einer der beiden Geschäftsführer der Freiburger Soitec, ehemals Concentrix. Sie ist keine Wetterbeobachtungsstation, sondern eine Herstellerin spezieller Photovoltaikanlagen.

Mittlerweile laufen Sonnenkraftwerke auf der ganzen Welt mit Concentrix-Systemen: in den USA, in Südafrika, Frankreich, Italien, Spanien, Jordanien, Ägypten, Oman und Israel. Für jeden Standort der Welt gibt es Livebilder via Internetkamera, deren Bilder auf Monitoren in der Freiburger Zentrale angezeigt werden. Weil die Technik direkte Sonneneinstrahlung erfordert, gibt es keine Kraftwerke in Mitteleuropa. In diesen Breiten trüben zu oft Wolken das Sonnenlicht.

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Prinzipiell wird bei den Concentrix-Systemen von Soitec das Sonnenlicht von Linsen 500-fach auf mehrschichtige Solarzellen gebündelt. Auf diese Weise kann ein Wirkungsgrad von bis zu 30 Prozent bei der Umwandlung des Sonnenlichts in elektrischen Strom erreicht werden. Das entspricht etwa der doppelten Ausbeute gewöhnlicher Siliziumsolarzellen.

Das Unternehmen, das 2005 als Ausgründung des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) entstanden war, ist Ende 2009 von der französischen Halbleiterfirma Soitec übernommen worden. 2010 erwirtschaftete die Freiburger Soitec einen Umsatz von sechs Millionen Euro. Im Mai werden dort 100 Menschen arbeiten. In der Anfangszeit waren es noch zehn bis zwanzig.

Soitec will die Kapazitäten noch ausbauen

Die IG Metall begrüßt die Übernahme von Concentrix durch Soitec. "Damit wird das Werk in Freiburg gefestigt", sagt Marco Sprengler, Geschäftsführer der Freiburger IG Metall. Allerdings gebe es bei der betrieblichen Mitbestimmung und bei den Arbeitsbedingungen noch Verbesserungsmöglichkeiten. Einen Betriebsrat gibt es in Freiburg nicht.

"Unsere Solarmodule müssen mit dem Gang der Sonne mitgeführt werden", sagt Lerchenmüller. "Früher kam es vor, dass einzelne Anlagen im Kraftwerk defekt waren. Die hat man in den Kamerabildern deutlich ausmachen können." Mittlerweile sei die Technik aber frei von Kinderkrankheiten. Probleme bei der Nachführung gebe es kaum noch, so Lerchenmüller. Auch die Ausschussquote in der Modulproduktion sei niedrig.

Module mit einer Gesamtleistung von zwei Megawatt hat die Freiburger Soitec 2010 gebaut. Kapazitäten gibt es bis 25 Megawatt – die wohl in nicht allzu ferner Zukunft ausgeschöpft werden dürften. In Freiburg soll demnächst von Einschicht- auf Zweischichtbetrieb umgestellt werden. "Langfristig ist das Potenzial mit unserer Technik so groß, dass wir ausbauen wollen und müssen", sagt Lerchenmüller.

Die Firma sitzt im Wüstenstromkonsortium Desertec mit im Boot. In ferner Zukunft soll in Nordafrika das große Potenzial der dortigen Sonneneinstrahlung genutzt und in Strom umgewandelt werden. Die Energie könnte dann vor Ort verbraucht, aber auch per Seekabel nach Europa geleitet werden. "Unsere Kraftwerke wären für Desertec besonders von Vorteil. Sie brauchen keine Wasserkühlung und sind in ihrer Leistung weniger temperaturabhängig als Silizium-Photovoltaikanlagen." Für die Zukunft ist Hansjörg Lerchenmüller auch abseits von Desertec zuversichtlich: "Solange diese Nische ein paar Milliarden Euro groß ist, werden wir die Technik weiter entwickeln."

Autor: Bastian Henning