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21. Mai 2012

Energiewende: Weil liegt zurück

Keine andere Energiedienst-Gemeinde speist weniger ein.

WEIL AM RHEIN. Die Energiewende der Bundesregierung macht es nötig, dass alle Möglichkeiten von dezentraler Energieerzeugung und Einspeisung ins öffentliche Netz ausgebaut und genutzt werden. Eine Untersuchung der Energiedienst AG zeigt nun, dass Weil am Rhein in dieser Hinsicht noch enormen Nachholbedarf hat.

Im Gemeinderat stellte Irene Knauber, Serviceleiterin bei Energiedienst, die ersten Ergebnisse einer Untersuchung vor, die im vergangenen Jahr als Pilotprojekt gestartet wurde und in der Weil am Rhein als typische Stadt- und Häg-Ehrsberg als typische Landgemeinde darauf abgeklopft werden, welche "energetisch erschließbaren Potenziale" es gibt.

Was Irene Knauber nun den Stadträten präsentieren konnte, war eher ernüchternd. So musste sie erwartungsgemäß feststellen, dass aufgrund der dichten Besiedlung nur wenige landwirtschaftliche Flächen zur Verfügung stehen und daher nur wenig Energie aus Biomasse gewonnen werden könne. Der rechnerische Wert von 138 Kilowatt sei "sehr klein."

Dazu passt auch, dass in Weil am Rhein die dezentrale Erzeugung von Strom offenbar nicht sehr verbreitet ist. Jedenfalls habe die Stadt unter allen Gemeinden im Konzessionsgebiet der Energiedienst Netze GmbH mit 0,9 Prozent den geringsten Anteil an dezentral erzeugter und eingespeister Energie im Verhältnis zum gesamten Stromverbrauch, teilte Knauber im Gemeinderat mit. Zum Vergleich: Bei der Gruppe der Städte mit 15 000 bis 50 000 Einwohnern liege der Mittelwert bei 6,5 Prozent, der Höchstwert sogar bei 14,8 Prozent.

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Mehr Potenzial als bei der dezentralen Energieerzeugung sieht die Energiedienst-Studie daher offenbar eher auf der anderen Seite der Medaille, also bei der Energieeinsparung, und hier besonders bei der Wärmeversorgung. Mit dem Einsatz von Blockheizkraftwerken bei Großverbrauchern im verarbeitenden Gewerbe oder in geeigneten Wohngebieten ließe sich unter Umständen dann doch noch ein Energiegewinnungseffekt erzielen.

Autor: Hannes Lauber