Verpackte Lebensmittel

Land drängt auf Schredderverbot von Lebensmitteln

Roland Muschel

Von Roland Muschel

Mo, 25. Juni 2018 um 22:28 Uhr

Südwest

Mit einer gemeinsamen Bundesratsinitiative wollen die Länder Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein den Bund dazu bewegen, das Schreddern verpackter Lebensmittel zu verbieten.

"Der Bundesrat ist besorgt über die weitere ungebremste Zunahme des Eintrages von Kunststoffabfällen in die Umwelt und hält weitergehende Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung dieser Einträge auch bei der Entsorgung verpackter Lebensmittelabfälle für dringend geboten", heißt es im gemeinsamen Antrag. Die baden-württembergische Landesregierung will den Vorstoß diesen Dienstag auf ihrer Kabinettssitzung absegnen.

Aktuell sind etwa 37 Prozent der in der Europäischen Union verkauften Lebensmittel verpackt. Bislang werden abgelaufene Lebensmittel aus Supermärkten oft zusammen mit ihren Plastikverpackungen zerkleinert, weil das Auspacken viel Zeit und Geld kostet. Die Plastikpartikel werden nach dem Schreddern mit Zentrifugen und Gittern zum Teil entfernt, es bleiben aber Rückstände in der Biomasse. Diese wird oft mit unverpackten Bioabfällen vermischt und landet auf Äckern.

Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg streben im Wesentlichen drei Veränderungen an: Lebensmittelabfälle sollen künftig vor ihrer Entsorgung ausgepackt werden müssen. Speiseabfälle aus der Gastronomie, aber auch aus der Lebensmittelproduktion sollen zudem nicht mehr wie Gewerbeabfall, sondern wie Siedlungsmüll behandelt werden – dieser muss sauber getrennt werden. Und die Düngemittelverordnung soll reformiert werden. Bisher sind auf den Äckern 0,5 Prozent Fremdstoffe in der Trockensubstanz erlaubt. Diesen Grenzwert halten der grüne Kieler Umweltminister Robert Habeck und sein Stuttgarter Amtskollege und Parteifreund Franz Untersteller für viel zu hoch.