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28. April 2012 14:29 Uhr

Plage

Maikäfer: Möglichkeiten der Bekämpfung und ihre Grenzen

Im Kampf gegen die Engerling- und Maikäferplage bestehen mehrere Optionen. Doch nicht jede kommt laut Experte Michael Glas für die Maikäferbekämpfung am Kaiserstuhl, auch in Frage. Ein Überblick.

  1. Gefräßige Larven. Foto: André

Abnetzen
Der großflächige Einsatz von Netzen, um die Käfer an der Eiablage im Boden zu hindern, scheitert laut Glas am enormen Aufwand: 50 bis 70 Stunden pro Hektar könnten die Betriebe nicht leisten. Zudem bleibe immer genug Fläche frei, die für "Käfernachschub" sorge. Netze seien daher "reiner Objektschutz", um Flächen gezielt von Engerlingen frei zu halten.

Insektizideinsatz
Am Kaiserstuhl wird seit vielen Jahren das biologische Insektizid Neem Azal eingesetzt, ein Pflanzenschutzextrakt aus den Kernen des tropischen Neem-Baumes. Das Mittel ist auch im biologischen Landbau zugelassen. Der Wirkstoff ist nicht giftig für Wirbeltiere. Nur Insekten, die behandelte Blätter fressen, werden über die fraß- und häutungshemmende Wirkung geschädigt. Außerdem legen die Weibchen keine Eier mehr ab. Der Einsatz massiverer Insektizide gegen die Plage kommt nach Einschätzung von Glas nicht in Frage, zumal es keine hochwirksamen Bodeninsektizide gegen Engerlinge gebe, deren Einsatz verträglich wäre.

Beauveria-Pilz

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Der Pilz Beauveria brongniartii wurde am Kaiserstuhl auf mehreren Hektar Fläche ausgebracht. Er wirkt gegen die Engerlinge jedoch nur, wenn genügend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist. Genau deshalb stößt der Pilz am Kaiserstuhl an seine natürlichen Grenzen.

Nichts tun
Immer wieder wurde gegen die Bekämpfung der Plage argumentiert, sie verhindere, dass die Population so stark anwachse, dass sie von allein zusammenbreche. Ein solcher "Großversuch" ginge laut Glas voll zu Lasten der Landwirtschaft, ohne dass garantiert wäre, dass die Population wirklich auf natürliche Weise zusammenbricht. Bei hochwertigen Sonderkulturen wie am Kaiserstuhl stellt sich laut Glas diese Frage daher nicht.

Der Mittelweg
Die Fortsetzung der bisherigen Bekämpfung und das Hoffen darauf, dass die Natur das Problem löst. Nach dem massiven Chemieeinsatz in den 60er-Jahren sei die Käferpopulation nicht nur in den behandelten Gebieten zusammengebrochen, betont Glas. Daher bestehe auch in Zukunft durchaus die Chance auf einen natürlichen Zusammenbruch. Danach könnte das Problem für gewisse Zeit wieder vom Tisch sein.

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Autor: Martin Wendel