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08. April 2011 11:02 Uhr

Erstmals seit 75 Jahren

Titanwurz blüht und stinkt in Basel

Eine blühende Sensation bahnt sich im Botanischen Garten Basel an: Die etwa zwei Meter große Blüte einer Titanwurz dürfte sich an Ostern öffnen. Der Garten rechnet mit einem großen Besucheransturm.

  1. Ganz so groß wie 2005 diese Stuttgarter Titanwurz mit 2,76 Meter wird die Basler Pflanze nicht. Foto: ddp

Das bisher einzige Mal hatte eine solche Riesenblume, die als die weltweit größte gilt, in der Schweiz vor 75 Jahren geblüht. Der Blütenstand der Amorphophallus titanum kann anderthalb bis drei Meter hoch werden, wie die Universität Basel mitteilte.

Blüte stinkt nach Aas oder Fisch

Die Titanwurz ist heimisch im tropischen Regenwald auf Sumatra (Indonesien) und zählt zu den spektakulärsten Erscheinungen in der Pflanzenwelt.Der Blütenstand besteht aus einem langen, gelblichen Kolben, umgeben von einem braunroten, trichterförmigen Hüllblatt. Die Blüte stinkt extrem stark nach Aas oder Fisch, was Aasfliegen und -käfer als Bestäuber anlockt. Sinnigerweise heißt die Pflanze auf Indonesisch bunga bangkai, was soviel wie Leichenblumen bedeutet.

Ihre Kultur ist knifflig und langwierig. Die riesigen Knollen werden leicht von Fadenwürmern befallen. Das größte Hindernis sind jedoch die enorm hohen klimatischen Ansprüche. Die Pflanze bevorzugt ganzjährig ein Klima von mindestens 23 Grad Celsius, am liebsten 33 Grad Celsius, und das bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Normale Gewächshäuser erreichten diese Werte bei weitem nicht. In Basel wird die Pflanze daher nicht im Tropenhaus, sondern in einem Spezialgewächshaus kultiviert.

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Erst wenn die Knolle im Boden ein Gewicht von 20 Kilo erreicht hat, ist genügend Material für eine Blüte vorhanden. Die Basler Pflanze hat diese Schwelle im Sommer 2010 erstmals überschritten und dafür 17 Jahre gebraucht.

Der Botanische Garten beobachtet bei seiner monströsen Rarität derzeit rund sechs Zentimeter Blütenwachstum pro Tag. Er erwartet die Blüten-Öffnung etwa an Gründonnerstag; halten soll sie etwa zwei Tage. Der Garten richtet sich auf einen großen Besucheransturm ein.

Internet: Die Uni Basel hat eine Homepage eingerichtet, auf der man auch per Webcam die Entwicklung der Pflanze beobachten kann: http://titanwurz.unibas.ch

Autor: sda