Problem in Freiburg

Wer wirft gefüllte Hundekotbeutel in die Landschaft?

Christoph Giese

Von Christoph Giese

Di, 12. Juni 2018 um 20:23 Uhr

Freiburg

Umweltschützer und das Forstamt beklagen vermehrt gefüllte Hundekotbeutel im Wald und auf den Wiesen. Über die Gründe, warum die Tüten nicht entsorgt werden, kann nur spekuliert werden.

Ein alter Aberglaube besagt, es bringe Glück, in einen Hundehaufen zu treten. Wenn es passiert, bringt es jedoch zunächst einmal eine Menge Ärger mit sich. Der Schuh ist dreckig und stinkt. Doch auch des Menschen bester Freund muss sein Geschäft erledigen. Damit sich Mensch und Tier in dieser Hinsicht nicht in die Quere kommen, gibt es seit einigen Jahren sogenannte Hundekotbeutel. Das sind kleine Plastiktüten, mit denen Hundehalter angehalten sind, die Ausscheidungen ihrer Tiere einzusammeln, damit sie nicht auf Straßen oder an sonstigen Orten liegen bleiben.

"Es ist unerklärlich, das erschließt sich einem gar nicht" Axel Mayer
Dieses Verfahren bringt aber neue Probleme mit sich, beklagt der Bund für Umwelt und Naturschutz. Gefüllte Hundekotbeutel in der Landschaft sind "ein zunehmendes Problem", sagt Axel Mayer, Geschäftsführer des Regionalverbandes südlicher Oberrhein. Sowohl im stadtnahen Wald als auch entlang der Dreisam habe Mayer dieses "Phänomen" schon selbst beobachtet. Er ist selbst Hundehalter und hat nur wenig Verständnis für das Zurücklassen der Tüten: "Es ist unerklärlich, das erschließt sich einem gar nicht."

Die Leiterin des Forstamtes Freiburg, Nicole Schmalfuß, bestätigt Mayers Beobachtung. Das Forstamt nehme das Problem auch an Waldwegen wahr, dies sei ausgesprochen unangenehm. Auch Schmalfuß hat keine Erklärung: "Viele meinen es vielleicht gut, aber das macht überhaupt keinen Sinn."

"Im Wald sammelt die Beutel niemand ein" Nicole Schmalfuß
Der Vorgang des Einpackens scheint nicht das Problem zu sein, vielmehr scheitert es am Transport der befüllten Tüten. Wenn sich kein Mülleimer in unmittelbarer Nähe befindet, müsse ein Hundehalter den Beutel notfalls ein paar Meter mitnehmen, sagt Schmalfuß. In der Regel sind Beutelspender und Mülleimer gemeinsam aufgestellt – vor allem in Parkanlagen, nicht jedoch in Wäldern. "Im Wald sammelt die Beutel niemand ein", erklärt die Forstamtsleiterin.

Wenn das große Geschäft des Hundes nicht direkt auf einem Fußweg liegt, könne man es abdecken oder zur Seite schaffen – es handelt sich schließlich um das natürliche Ausscheidungsprodukt eines Tieres.