Energiemanagement in Elzach

Wie Kommunen schnell und einfach Energie sparen können

Gabriele Zahn

Von Gabriele Zahn

Fr, 26. Oktober 2018 um 10:05 Uhr

Umwelt & Natur

Peter Winterer ist fürs Gebäudemanagement in Elzach zuständig. Am Beispiel der Stadt zeigt er auf, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um Energiekosten zu senken.

Peter Winterer, zuständig für Gebäudemanagement und kommunales Energiemanagement beim Gemeindeverwaltungsverband, informierte den Gemeinderat über die Befunde bei der Prüfung der städtischen Gebäude. Die eine oder andere Maßnahme wurde bereits umgesetzt. Dadurch konnte Geld eingespart werden.

Die Stelle für Gebäude- und Energiemanagement wurde im September 2017 erstmals besetzt. "Es ist ein Glücksfall, dass wir Herrn Winterer haben", sagte Bürgermeister Roland Tibi. Die Stadt Elzach besitze 43 Gebäude, berichtete Winterer, für diese sei er nun für die Verkehrssicherungspflichten zuständig samt Prüffristen.

Sicherheitsbeleuchtung, Elektrogeräte, Belüftung – wo sich Erneuerungen lohnen

Die Prüfung der ortsveränderlichen Elektrogeräte sei überfällig gewesen. Beim Schulzentrum muss der Platz des Hauptverteilers überarbeitet werden. Als erste Maßnahme wurde hier über die Zähler eine Brandschutztür montiert, um zufällige Berührungen auszuschließen. Des weiteren müssen im selben Gebäude sämtliche Verteiler überarbeitet werden. Die Belüftung in der Turnhalle wurde 1967 eingebaut mit einer entsprechend schlechten Energiebilanz, so Winterer und empfahl, Abhilfe zu schaffen.

Die Sicherheitsbeleuchtung des Bernhardussaals wurde 1996 installiert; sie muss komplett erneuert werden. Die Blitzschutzanlage dort wurde bereits erneuert. Peter Winterer verdeutlichte den Gemeinderäten außerdem, wie wichtig funktionstüchtige Brandschutztüren sind, um ein Ausbreiten von Bränden zu verhindern.

150 statt 800 Liter in der Warmwassertherme

In der Festhalle in Oberprechtal gibt es einen alten Hauptwasseranschluss, der erneuert werden soll. Dahinter ist eine 800-Liter-Warmwassertherme montiert. Da diese Menge nicht gebraucht werde, soll der Kessel aus hygienischen Gründen durch eine 150-Liter-Warmwassertherme ersetzt werden.

Für sämtliche Gebäude wurde eine Energieleitlinie eingeführt, in der festgehalten ist, wie hoch die Temperatur in bestimmten Räumen sein soll. Auch die Beleuchtungsstärke wird in dieser Leitlinie geregelt. Winterer sorgte außerdem dafür, dass in der Schule Prechtal ein Energieunterrichtsprogramm eingeführt wurde; die Schüler seien begeistert.

Stromkosten halbieren durch einen Zwischenzähler

In der Toilette am Friedhof in Elzach gab es Stromkosten von 5000 Euro. Winter schätzt, dass mindestens die Hälfte der Kosten der Friedhofskapelle zuzuordnen sei und hat deshalb einen Zwischenzähler einbauen lassen. Dadurch wurden die Stromkosten halbiert. Bei einem Gebäude in Yach mit Isolierfenstern gebe es "eine unsinnige Lüftung". Dort habe man sich nun für eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung entschieden. Winterer rechnet hier mit einem Energiegewinn von 75 Prozent gegenüber bisher.

Da im Erd- und Obergeschoss des Schulzentrums etwa zehn Stunden am Tag Licht brennt, wurde dort ein Versuch mit LED gestartet. Die Kosten für den Austausch der Lampen wurden in einem Jahr durch den geringeren Stromverbrauch bereits eingespart. Fürs Schulzentrum werden weitere Maßnahmen geprüft. "Winterer ist fleißig unterwegs", so Tibi; und ergänzte: "Es lohnt, den einen oder anderen Euro in saubere Technik zu investieren, um sicher zu gehen, dass von der Technik keine Gefahr ausgeht."

Mit den stadteigenen Räumfahrzeugen wird auch der Winterdienst für die BDH-Klinik sichergestellt. Jetzt ist der 13 Jahre alte Streuautomat der Gebrüder Weber so defekt, dass eine Reparatur unwirtschaftlich wäre. Der Rat war einstimmig für eine Ersatzbeschaffung (für 12 000 Euro).

Mehr zum Thema: