Erklär’s mir

Was ist ein Richter?

Sebastian Kaiser

Von Sebastian Kaiser

Fr, 11. Januar 2019 um 23:15 Uhr

Erklär's mir

Seit es Menschen gibt, wird gestritten. Über Besitztümer, wer in einem Streit Recht hat oder – wenn ein Verbrechen begangen wurde – wer der Täter ist und wie er bestraft werden soll.

Bereits im alten Babylon gab es deshalb Richter. Die Menschen kamen zu ihnen, um ihnen ihre Streitigkeiten vorzutragen und weil sie sich ein gerechtes Urteil erhofften. Auch Könige und Fürsten übernahmen früher die Richterrolle. Aus der Bibel ist zum Beispiel König Salomo für seine Gerechtigkeit bekannt.

An den Fällen, mit denen sich Richter befassen, hat sich im Grunde bis heute nicht sehr viel verändert. Allerdings müssen die Richter von heute sehr hohe Anforderungen erfüllen. Sie werden vom Staat ernannt. Wer Richter werden will, muss Jura studiert haben, also die Gesetze genau kennen. Er oder sie lernt, wie man sie anwenden muss.
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Richter müssen zudem eine Probezeit absolvieren. Sie müssen sich in den Verfahren immer an das geltende Recht und die Gesetze halten und in ihrer Entscheidung unabhängig sein. Das heißt, sie dürfen nicht bestechlich sein oder an ein Urteil eigene Interessen knüpfen.

Denn jeder Mensch hat in Deutschland vor Gericht ein Recht auf einen fairen Prozess und ein gerechtes Urteil. Das ist oft nicht so einfach. Deshalb müssen Richter oft sehr viele Akten lesen, Beweise sichten und Zeugen anhören. Das dauert manchmal sehr lange.