Zisch-Schreibwettbewerbgewinner Frühjahr 2018 I

Betrug im Internat Gruverland

Do, 29. März 2018 um 11:33 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Marlene Rapp, Klasse 4b, Turnseeschule, Freiburg

Die zehnjährige Charlotte stand vor dem Internat Gruverland. Sie erschrak, wie unheimlich das Internat aussah. Davor wohnte sie mit ihren Eltern in einer gemütlichen Villa. Aber ab heute sollte sie auf das Internat Gruverland gehen. Auf einmal marschierten zehn Mädchen und zehn Jungs aus dem Gebäude. Die sahen nicht so trist aus wie das Gebäude, im Gegenteil, die Mädchen hatten blau-rote Röcke an und ein grünes Oberteil. Die Jungs hatten dunkelblaue Hosen und einen gelben Pullover an. Sie lächelten Charlotte freundlich an. Da kamen schon der Direktor und die neue Klassenlehrerin aus dem Internat. Die Lehrerin sagte: "Hallo Charlotte, fühl dich hier wie zu Hause." Charlotte bedankte sich. "Übrigens, ich heiße Frau Schneider", sagte die Lehrerin, "und das ist Horst Gruverland, er hat das Internat gegründet." Herr Gruverland sah Charlotte scharf an. Charlotte lächelte verunsichert. Da sagte Frau Schneider: "Marie und Zoe teilen sich mit dir ein Zimmer, sie zeigen es dir gleich."

Die Mädchen liefen die lange knarzende Wendeltreppe hinauf bis in den siebten Stock. Das Zimmer sah sehr schön aus. Es hingen überall selbstgemalte Bilder an den Wänden. Aber am interessantesten fand Charlotte die Pinnwand, dort hing ein Zettel, auf dem stand: Am nächsten Sonntag wird ein Schwimmwettkampf in verschiedenen Disziplinen stattfinden. Charlotte sah die beiden Mädchen erstaunt an und fragte: "Nächsten Sonntag schon, das sind ja nur noch vier Tage?!"

Die vier Tage vergingen schnell und Charlotte fühlte sich in ihrer neuen Umgebung sehr wohl. Nur der scharfe Blick des Direktors wollte ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen. Als sie mit dem Bus zum Schwimmbad fuhren, ertappte sie Herr Gruverland, wie er sich mit einem anderen Internatsleiter unterhielt. Dieser sagte: "Okay, heute Abend um 12 Uhr treffen wir uns auf dem Dachboden. Ciao!" Charlotte ging sofort zu ihren neuen Freundinnen und berichtete ihnen die Neuigkeiten. Zusammen beschlossen sie, um zwölf Uhr versteckt dem Gespräch zu lauschen.

Der Wettkampf ging leider nicht so gut aus, was aber auch kein Wunder war, wenn man die ganze Zeit daran denken musste, dass man am Abend ein spannendes Gespräch belauschen würde. Danach fuhren sie mit dem Bus wieder ins Internat und ruhten sich aus.
Um 23 Uhr zogen sich alle schwarz an und kamen in das Zimmer von Marie, Zoe und Charlotte. Sie versammelten sich, um gemeinsam die Treppe hinauf zu gehen. Als sie dann vor der Tür des Dachbodens stehen blieben, ging die Tür von alleine auf und heraus kam ein Gespenst! Die Mädchen rannten schreiend die Treppe hinunter. Sie liefen in ihre Zimmer und schlossen sich ein. Später, als sie sich wieder beruhigt hatten, fragte Zoe, ob es echt Gespenster gäbe. "Nein, was für ein Quatsch, die soll es doch nur in Geschichten geben." Charlotte schlug vor, dass sie am nächsten Morgen Informationen über den anderen Internatsleiter recherchieren könnten, aber jetzt sollten sie erst einmal schlafen gehen.

Am nächsten Morgen fanden die Mädchen über den anderen Internatsleiter heraus, dass er Hugo Falke heißt und der Besitzer des Internats Falke ist. Interessant war, dass Hugo Falke alte große Gebäude kaufte und sie dann zu Luxushotels umbauen ließ.

Als sie zurück zu den Zimmern liefen, kamen sie am Lehrerzimmer vorbei und hörten, wie sich zwei Männer mit gedämpfter Stimme unterhielten. Hugo Falke schlug dem Direktor eben vor, das Internat für zwei Millionen Euro zu verkaufen. Der Direktor erwiderte: "Und was machen wir mit den vielen Schülern? Die verlassen bestimmt nicht freiwillig das Haus." Hugo Falke lachte grimmig und sagte: "Dann lassen wir eben noch einmal das Gespenst aufleben, damit sie freiwillig gehen."

Da hielt es Charlotte nicht mehr aus, sie riss die Tür zum Lehrerzimmer auf und rief: "Das ist doch Betrug! Wenn sie das nicht lassen, dann werde ich mit meinen Freundinnen an die Presse gehen und das wird dann in der Badischen Zeitung erscheinen!" Die zwei Gauner-Direktoren bekamen es mit der Angst zu tun und ließen ihr gemeines Vorhaben sein. Und so nahm alles ein gutes Ende. Sie konnten alle weiterhin auf das Internat Gruverland gehen.