Zisch-Schreibwettbewerb Herbst 2018

Der eiskalte Doppelgänger

Do, 29. November 2018 um 13:56 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Hannes Palas, Klasse 4b, Grundschule Vorderes Kandertal, Eimeldingen

Es war Winter und der Schnee lag meterhoch. Mein Bruder Teo und ich hatten eine super Idee.
Also rief ich meinem Bruder zu: "Komm Teo, wir bauen einen riesigen Schneemann!" Teo rief begeistert zurück: "Super, das machen wir." Flink zogen wir unsere Schneesachen an und rannten zum Schuppen, um die riesige Schaufel zu holen. Ruckzuck hatten wir einen riesigen Berg mit Schnee auf einem Haufen und konnten dann alles zu riesigen drei Kugeln geformt aufeinandersetzten. Die Tage im Winter sind kurz und wir konnten den Schneemann noch nicht ganz fertig bauen. Mama rief aus dem Fenster "Til, Teo, kommt bitte zum Essen!" Wir erzählten Mama von unserem riesigen Schneemann und stibitzten noch eine Karotte. Sie erzählte uns von der alten Truhe im Keller und verriet uns, dass dort noch ein alter Hut ihres Urgroßvaters war...

Am nächsten sonnigen Tag gingen wir nach der Schule direkt zu unserem Schneemann. Aber wo war er? Er stand doch gestern noch neben dem Vogelhaus? Wer hatte ihn versteckt? Oder konnte er etwa laufen? "Unmöglich", dachten wir, "vielleicht haben wir uns falsch erinnert." Er stand jetzt beim Schuppen. Wir setzten ihm noch einen Zylinderhut auf, steckten ihm eine Karotte als Nase ins Gesicht und mit der Kohle aus dem Grill bekam er noch einen lachenden Mund. Dann gingen wir mit eiskalten Händen zurück Richtung Haus . Als wir hinter uns ein lautes Krachen hörten, blieben wir erschrocken stehen und schauten uns mit großen Augen an. Blitzschnell rannten wir zur Haustür knallten sie hinter uns zu und schrien "Mama! Der Schneemann verfolgt uns." Mama rief zurück: "Wieso? Hat er etwa Superkräfte?" Til und Teo rannten wieder nach draußen und riefen um die Ecke : "Schließ’ die Terrassentür!" Wir rannten einmal ums Haus und kamen wieder bei der Haustür rein und knallten sie hinter uns zu . Til sagte: "Das wird keine ruhige Nacht ...."

Noch am gleichen Abend schlichen wir uns zum Computer und recherchierten, ob und warum Schneemänner lebendig werden können. Wir fanden aber im Internet keine Erklärung dafür. Es war eine Vollmondnacht und durch den weißen Schnee konnten wir gut in unseren Garten schauen, und tatsächlich hat der Schneemann sich wieder bewegt. Es lief uns eiskalt den Rücken hinunter bei dem Gedanken, dass der Mega-Schneemann uns vielleicht bis ins Haus verfolgt. Plötzlich sahen wir einen zweiten Schneemann im Garten! DAS war unserer! Ganz sicher konnten wir ihn an Uropas Hut erkennen. Doch woher kam der andere? Auf einmal hob der zweite Schneemann beide Hände nach oben und zog sich eine Schneemannkugel vom Kopf. Es war Finn, der freche Nachbarsjunge im Schneemannkostüm. Uff, waren wir erleichtert, dass unser Schneemann tatsächlich aus Schnee war und noch immer friedlich im Garten stand.

Aber Finn sollte noch seine Lektion erhalten. Wir rannten raus und bewarfen ihn mit Schneebällen. Danach lachten alle und Mama brachte uns noch einen heißen Kakao nach draußen. Diese Geschichte werden wir uns bestimmt noch oft erzählen, aber wir haben beschlossen, dass es für immer unser Geheimnis bleibt, dass wir tatsächlich geglaubt haben, dass Schneemänner lebendig werden können. Aber lustig wäre das schon!
ENDE