Schreibwettbewerbgewinner Frühjahr 2018 II

Ein gemeines Verbrechen

Sa, 30. Juni 2018 um 07:42 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Michelle Touzin, Klasse 3/4 a, Freie Evangelische Schule, Lörrach

Eines Tages lud Louisa ihre beste Freundin Hanna und ihren frechen kleinen Bruder Paul zum Baden im Meer ein. Sie sagten zu. Zu dritt gingen sie gemütlich zum Strand hinunter. Endlich dort angekommen legten sie ihre Sachen unter einen Sonnenschirm und zogen sich so schnell um wie noch nie. Louisa packte noch schnell ihre wasserdichte Kamera aus und rief aufgeregt: "Es kann losgehen!"

Gemeinsam gingen sie im Meer baden. Louisa machte eifrig Fotos mit ihrer wasserdichten Kamera, während die anderen beiden um die Wette tauchten. Sie hatten sehr viel Spaß im salzigen Meerwasser. Als sie sich entschlossen, sich am Kiosk Eis zu kaufen, sahen sie, wie sich ein Mann mit ihren Handys und ihren Geldbeuteln auf die Flucht begab. Sie griffen nach ihren Handtüchern und trockneten sich schnell ab. Paul und Hanna rannten dem Dieb hinterher, bis sie erkannten, dass es zwecklos war. Louisa konnte gerade noch ein Foto von ihm machen, bevor er verschwunden war. Paul sagte: "Das war echt ein gemeines Verbrechen!" Hanna und Louisa fluchten gleichzeitig: "Was fällt dem ein, unsere Sachen zu stehlen!"

Sie gingen mit dem Foto von Louisa zur Polizei. Sie fragten einen jungen Polizisten, ob er den Mann auf dem Foto zufällig schon einmal gesehen hätte. Der Polizist fragte verunsichert: "Wieso wollt ihr das wissen?" Da erzählte Louisa: "Also, wir waren schwimmen, und als wir aus dem Wasser kamen, rannte dieser Mann mit unseren Handys und Geldbeuteln davon." Da sagte der Polizist: "Das ist eine spannende Geschichte, Kinder. Ihr müsst euch von diesem Mann unbedingt fernhalten. Das ist ein gefährlicher Verbrecher, der schon viele Leute bestohlen hat. Wir versuchen schon lange, ihn zu finden. Da müsst ihr euch unbedingt raushalten!"

Enttäuscht gingen die drei zu Louisa nach Hause und mixten sich drei Smoothies. Sie überlegten: "Wir müssen ihm auflauern und unsere Sachen zurückholen." Paul wendete ein: "Aber der Polizist hat es uns doch verboten, also dürfen wir das nicht." Hanna antwortete: "Das ist doch jetzt egal, wir wollen einfach nur unsere Sachen zurück." Louisa sagte: "Paul, du suchst ihn in der Stadt. Hanna, du suchst die Hotels ab, und ich übernehme die Bauernhöfe, wir wissen ja nicht, ob er hier wohnt. Wir treffen uns, wenn wir fertig sind, dann wieder bei mir zu Hause." "Ja, und was ist, wenn wir ihn sehen? Wie sollen wir uns dann verständigen?", fragte Hanna. Louisa antwortete: "Dafür benutzen wir Walkie-Talkies, ich habe mir neulich vier Stück im Müller gekauft."

Sie machten sich eifrig auf die Suche, nachdem sie die Walkie-Talkies geholt hatten. Alle suchten dort, wo es abgemacht war. Paul fand in der Stadt leider rein gar nichts, genau wie Hanna. Wie besprochen trafen sie sich bei Louisa daheim. Aber wo war Louisa? Die Geschwister waren sehr besorgt um Louisa, sie war jetzt schon drei Stunden fort. Hanna versuchte, sie mit dem Walkie-Talkie zu erreichen, doch es war nicht Louisa, die sich meldete, es war eine Männerstimme zu hören. Sie klang dumpf und rau. Der Mann sagte: "Wenn ihr eure Freundin wiedersehen wollt, dürft ihr niemandem sagen, dass ich euch bestohlen habe. Wenn ihr es der Polizei sagt, seht ihr eure Freundin nie wieder!"

Erschrocken legte Hanna auf und erzählte alles Paul. Zusammen überlegten sie, wie sie Louisa befreien konnten. Louisa befand sich in der Zwischenzeit auf einem sehr alten Bauernhof. Dort hatte der Mann sie eingesperrt. Sie schrie den Mann an: "Was wollen Sie von mir?" Der Mann antwortete verzweifelt: "Na, was will ich wohl? Ich möchte das Foto auf eurer Kamera haben, dann könnt ihr mich nicht mehr verpfeifen!" Derweil er diesen Satz sagte, zog er seinen schwarzen Anzug und seine schwarze Kopfbedeckung aus. Eine dreckige Polizeiuniform kam zum Vorschein. Louisa rief entsetzt: "Sie? Sie haben uns bestohlen und haben uns extra davon abgeraten, nach dem Dieb zu suchen?" Der Polizist beichtete bedrückt: "Ja, ich habe euch bestohlen und es tut mir ja auch leid. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Also, ich wurde erpresst. Natürlich hätte ich dir nie wirklich etwas getan." Louisa stoppte ihn: "Von wem wurden Sie erpresst? Und womit hat er Sie bedroht?" "Er heißt Tom und ist vier Jahre älter als ich. Er hat damit gedroht, meiner Familie etwas anzutun, wenn ich ihm nicht jeden Tag mehrere gestohlene Handys und Geldbeutel bringe. Ich hatte einfach nur Angst", meinte der Polizist traurig. "Ich schlage vor, dass wir jetzt gemeinsam zu mir nach Hause gehen und von dort die Polizei anrufen und sie um Hilfe bitten", sagte Louisa mit sanfter Stimme.

Zuhause angekommen umarmten Hanna und Paul voller Freude ihre Freundin und natürlich musste sie ihnen alles erzählen. Der Polizist hatte Glück und wurde nicht angezeigt, da er noch nicht lange bei der Polizei war und man ihm eine zweite Chance geben wollte. Einige Tage später wurde der Erpresser festgenommen und ihre Sachen bekamen die drei Kinder natürlich auch wieder. So nahm alles ein gutes Ende und alle waren zufrieden.