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30. Juni 2012

Rathaus ohne Ämter

Am 1. Juli ändert sich die Struktur der Stadtverwaltung Waldkirch / Sie folgt dem Haushaltsrecht.

  1. Foto: Sylvia Timm

  2. Die Leiter der vier Fachbereiche (FB, von links): FB 1 wird zunächst gemeinsam von Dieter Grupp und Richard Seng (Pensionierung im Herbst) geleitet, FB 2 von Ilka Kern, FB 3 von Hartmut Bergmann und FB 4 von Detlev Kulse. Rechts Oberbürgermeister Richard Leibinger. Foto: Sylvia Timm

WALDKIRCH. Am Freitag haben die 353 Mitarbeiter der Waldkircher Stadtverwaltung, Einrichtungen und Eigenbetriebe das letzte Mal unter fünf Amtsleitern gearbeitet – wenn sie am Montag wieder schaffen gehen, gehören sie zu vier "Fachbereichen". Doch das ist nicht die einzige Änderung der Organisationsreform, die zum 1. Juli in Kraft zu treten beginnt.

Neues Haushaltsrecht
Hintergrund für die Veränderungen ist die zum 1. Januar 2013 geplante Umstellung der kommunalen Haushaltsführung auf die Doppik – mit vier voneinander unabhängigen Produkthaushalten. Diese Umstellung vollziehen derzeit die meisten baden-württembergischen Gemeinden: Der Gesetzgeber will es so. Auf die vorgegebenen Produkthaushalte passt jedoch die bisherige Organisationsstruktur nicht mehr. Das war Anlass dafür, dass seit Monaten nicht nur an der Umstellung der Finanzverwaltung und der EDV im Rathaus gearbeitet wird, sondern auch an der Vorbereitung der neuen Struktur. Zugleich versucht man sich damit weiteren neuen Herausforderungen der Zeit zu stellen, beispielsweise der steigenden Komplexität der Aufgaben und dem gestiegenen Selbstbewusstsein der Bürger.

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Vier Fachbereiche
Künftig gibt es im Rathaus unterhalb der Führungsspitze mit Oberbürgermeister Richard Leibinger (und den ihm direkt zugeordneten Bereichen Stabsstelle, Rechnungsprüfungsamt, Personalrat und Fachkraft für Arbeitssicherheit) vier Fachbereiche mit insgesamt 20 Sachgebieten (siehe Grafik). Dazu kommen die drei städtischen Eigenbetriebe. Die beruhigende Nachricht gleich jetzt: Für die meisten konkreten Anliegen bleiben die Ansprechpartner in der Stadtverwaltung die bereits gewohnten Personen und fast immer sind sie auch unter der bisherigen Telefonnummer und in den bisherigen Büros zu finden – jedenfalls solange, bis der geplante Bau des zentralen Bürgerservice im Erdgeschoss des alten Rathausteils realisiert ist.

Neue Zuordnungen
Etliche Aufgabengebiete haben laut OB Leibinger eine neue Zuordnung, einige Angestellte also einen neuen Chef. Die Mitarbeiter des bisherigen Hauptamtes sind jetzt je nach Tätigkeit drei unterschiedlichen Fachbereichen zugeordnet. Die bisherigen Mitarbeiter des Grundbuchamtes, das nach Emmendingen verlegt wurde, haben neue Aufgaben im Fachbereich "Kultur, Bildung und Soziales", um dort Lücken zu schließen, die mit dem Weggang des früheren Amtsleiters Martin Müller entstanden sind.

Neue Stellen
Verbunden mit der Verwaltungsreform wurden fünf Stellen neu geschaffen:

1. für Umweltmanagement (Umweltaspekte der Bauleit- und Bebauungsplanung mit wachsendem Untersuchungs- und Regelungsbedarf, Lärmminderungsplanung),

2. für Personal- und Gesundheitsentwicklung,

3. für die Leitung der Stabsstelle, die dem Oberbürgermeister zugeordnet ist (dort ist unter anderem die Pressestelle mit Dorothea Scherle künftig angesiedelt/Hubert Bleyer übernimmt die Leitung im Sachgebiet Verwaltung im FB 2).

4. im Sachgebiet Kulturmanagement (als Unterstützung für den Stadtarchivar Gregor Swierczyna, der dieses Sachgebiet als Leiter übernimmt) und
5. eine Stelle in der Kämmerei, die mit jemandem besetzt werden soll, der sich mit dem neuen Haushaltsrecht gut auskennt (Marco Wehrle leitet künftig die Kämmerei, Richard Seng geht im Herbst in den Ruhestand). Die vor kurzem geschaffene Stelle Stadtmarketing findet sich in der Stabsstelle beim OB wieder.

"Untere Kante"
Trotz der leichten Erhöhung der Stellenzahl arbeite man immer noch an der "unteren Kante", so Oberbürgermeister Leibinger, was unter anderem Detlev Kulse für seinen Bereich bestätigte: Im Augenblick arbeite nur Anett Hunger, teils unterstützt von ihm selber, an der Fortschreibung der Flächennutzungspläne (auch die aufwändige Windkraftplanung) und an den Bebauungsplänen. Das ist Arbeit mehr als genug. Hier soll der neue Mitarbeiter für Umweltmanagement Entlastung bringen.

Autor: Sylvia Timm