Rock

Ray Davies: Fortdauernde Obsession

Bernd Peters

Von Bernd Peters

Mi, 11. Juli 2018

Rock & Pop

Die USA haben es der britischen Rockikone Ray Davies angetan. Nachdem er sich auf dem Album "Americana" ausgiebig mit seiner persönlichen Sicht des amerikanischen Traums befasst hat, setzt der 74-Jährige nun mit "Our Country" nach. Schon die fast identische Hülle deutet an, dass die beiden Platten so eng zusammengehören, wie einst die Rockopern, die Ray Davies zusammen mit den Kinks in den Siebzigern verfasst hat. Wie bei "Americana" waren auch für "Our Country" wieder die Alternative-Country-Stars The Jayhawks im Studio dabei. Vor allem mit Jayhawks-Sängerin Karen Grotberg harmoniert Davies so fantastisch, als würden sie schon ein Leben lang zusammenspielen. Das Ergebnis ist ergreifend schön, vor allem für Fans der mittleren musikalischen Phase der Kinks, in der sich die Gruppe weg vom harten Rock und hin zu einem theatralischeren Klang entwickelte. Es fällt schwer, einzelne Songs herauszugreifen. Wie bei "Americana" vor einem Jahr gilt vielmehr: Bei "Our Country" muss es schon die ganze Scheibe sein. Die das Warten auf das verkürzt, was tatsächlich kommen soll: die Wiedervereinigung der Kinks, die Davies jüngst verkündet hat.

Ray Davies: Our Country – Americana Act II (Legacy/Sony Music).