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01. Oktober 2010 13:52 Uhr

Pressekonferenz

Rech: Polizei ohne Fehler – Großdemo eine Chance

Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech sieht in der Großdemonstration gegen Stuttgart 21 am Freitagabend eine Chance zur Befriedung des Konflikts. "Dies ist eine Möglichkeit, wieder dahin zurückzukehren, wo wir all die Wochen waren – zu überwiegend friedlichen Demonstrationen", sagte er in Stuttgart.

Der Einsatz eines Wasserwerfers wie bei den schweren Auseinandersetzungen mit Demonstranten am Donnerstag im Schlossgarten (Fotos) sei nicht vorgesehen, sagte Polizeipräsident Siegfried Stumpf. Das Gerät sei in Stuttgart erstmals seit 40 Jahren im Einsatz gewesen.

Hintergrund für die Verwendung des Gerätes sei die "Eigensicherung" der Beamten vor möglichen Angriffen von Autonomen gewesen, erklärte Stumpf. Die Hinweise auf die Anreise von Autonomen von außerhalb der Region hätten sich aber nicht verdichtet. Weil der Einsatz des Wasserwerfers gegen die Teilnehmer der Sitzblockaden nicht ausreichend wirksam war, sei zu Reizgas gegriffen worden.

Dies sei aber zuvor bereits von Demonstranten benutzt worden. Die Flüssigkeit in den Wasserwerfern sei – wie von vielen Demonstranten berichtet – nicht mit Gas vermengt worden, sagte Stumpf. Zudem sei der Strahl nicht gezielt gegen einzelne Stuttgart-21-Gegner gerichtet worden.

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Zudem wies Rech Vorwürfe zurück, die Polizei sei bei der Räumung des Stuttgarter Schlossgartens für Baumfällarbeiten brachial gegen Demonstranten vorgegangen. "Wir haben im Augenblick keinerlei Anhaltspunkte für Fehlverhalten der Polizei." Die Vorgänge würden aber noch genauer analysiert.

Die Polizei habe keinerlei Interesse an Konfrontation oder Eskalation gehabt. Die Situation im Schlossgarten habe für die Polizei, darunter 400 Beamte aus Bayern, Nordrhein- Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, eine "gänzlich neue Dimension gehabt".

Polizisten hätten über Aggressivität von Demonstranten berichtet. Ein Deeskalationsteam der Polizei sei unverrichteter Dinge wieder abgezogen, weil kein Dialog möglich gewesen sei. "Die Einsatzkräfte waren bis an die Grenze gefordert", sagte Rech. Die Zahl der Straftaten gegen Polizisten bezifferte Stumpf auf 15. Es hätte noch viel mehr geschehen können, wenn die Beamten nicht so gut geschützt gewesen seien, hieß es.

Es habe 30 Strafanzeigen und 29 Festnahmen von Demonstranten gegeben, berichtete Stumpf. Angesprochen auf die Verletzten auch in den Reihen der Aktivisten, deren Zahl die Polizei auf 120, das Aktionsbündnis auf bis zu 400 beziffert, sagte Rech: "Ich bedauere, dass es zu Verletzten gekommen ist, dies Bedauern richtet sich an beide Seiten." Er fügte hinzu: "Es bleibt nichts unaufgeklärt in diesem Zusammenhang."

Zu dem zeitlichen Zusammentreffen eine Schülerdemonstration am Donnerstagvormittag mit den Vorbereitungen der Polizei zur Räumung des Schlossgartens sagte Stumpf, dies sei nicht bewusst geschehen. Der Einsatz im Park sei weit vor der Anmeldung der Demonstration festgezurrt worden.

Es sei schon eine Dreistigkeit auch von Jugendlichen, wenn sie Einsatzfahrzeuge der Polizei bestiegen und auch trotz geduldiger Ansprache nicht von ihrem Tun abließen. Zu diesem Zeitpunkt sei die genehmigte Demonstration versammlungsrechtlich bereits beendet gewesen.

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Autor: dpa


12 Kommentare

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Gelöschter Nutzer #775412

Registriert seit: 07.06.2009

Kommentare: 410

01. Oktober 2010 - 14:46 Uhr

Der Herr Rech versprüht einen unerträglichen Zynismus. Ist doch alles auf youtube zu sehen, was seine Polizisten angerichtet haben. Leute, die keine Gewalt angewendet haben, wurden mit Protektorhandschuhen geschlagen, mit Knüppel geschlagen, gestoßen, getreten, mit Reizgas besprüht. Das ist eine Schande. Im Krieg wäre Reizgas übrigens verboten! Herr Rech hat sich aus der Reihe der Demokraten endgültig verabschiedet. Man wähnt sich in Weißrussland oder in einer ähnlichen Diktatur. Ich schäme mich. Dabei bin ich nicht unbedingt ein 100% Gegner von S21. Aber die Methoden sind unerträglich für eine angebliche Demokratie.

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Marco Schneider

Registriert seit: 13.05.2009

Kommentare: 224

01. Oktober 2010 - 14:58 Uhr

Ein Minister der es für angemessen hält, dass man sich mit Wasserwerfern gegen Kastanienwerfer verteidigen muss, was soll man von so einem "Menschen" halten? Wir wissen ja, dass Heribert Rech zwei Pistolen besitzt die er gerne bei sich trägt und deshalb schon mal seinen Personenschutz selbst übernimmt. Solch einen Innenminister kann man vielleicht in Kalifornien brauchen, aber nicht bei uns!

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Fritz Scheuner

Registriert seit: 25.09.2009

Kommentare: 13

01. Oktober 2010 - 15:00 Uhr

@Frank Müller
Als Südbadener ist mir bislang das Thema Stuttgart 21 auch recht egal gewesen. Auch mit Oettinger und Co konnte ich gut leben. Doch was gestern im TV zu sehen war, ließ mir das Herz bluten. Jetzt muss diese Regierung zum Teufel gejagt werden. Die CDU muss zur Splitterpartei werden.

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Gelöschter Nutzer #775269

Registriert seit: 06.06.2009

Kommentare: 535

01. Oktober 2010 - 15:09 Uhr

Die Eskalation war von Herr Rech gewollt, um sich wieder einmal
als Hüter des Gesetzes zu profilieren. Dabei tritt er, wie immer,
in das nächste zur Verfügung stehende Fettnäpfchen! Der soll den
Hut nehmen und sein närrisches Treiben am 11.11 fortsetzen:))

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Marco Schneider

Registriert seit: 13.05.2009

Kommentare: 224

01. Oktober 2010 - 15:16 Uhr

Ich würde mir wünschen, dass beim nächsten öffentlichen Wahlkampfauftritt von Herrn Rech (Das Wort "Kampf" passt ja zu Ihm) auch irgendwann die Wasserwerfer auffahren und Ihn wegpusten, wenn er nicht freiwillig seinen Platz räumt. Denn freiwillig will Ihn in diesem Land bestimmt niemand mehr sehen. Vielleicht erteilt er ja einigen Polizisten den Befehl sich in zivil als seine Zuhörer zu tarnen? Die müssen ja jeden seiner Befehle ausführen, egal wie unsinnig Sie auch sein mögen. Wir sind ein Rechtsstaat und der Innenminister hat das Gewaltpotenzial auf seiner Seite.

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Wolfgang Gerber

Registriert seit: 03.09.2009

Kommentare: 63

01. Oktober 2010 - 16:22 Uhr

Polizeipräsident Stumpf: "Hintergrund für die Verwendung des Gerätes sei die "Eigensicherung" der Beamten vor möglichen Angriffen von Autonomen gewesen. Die Hinweise auf die Anreise von Autonomen von außerhalb der Region hätten sich aber nicht verdichtet."
Warum wurden die "Geräte" dann doch eingesetzt ? Um die Schüler zu vertreiben ? Nein, es mußte nach dem Willen der "Oberen" ein Exempel statuiert werden! Das Exempel ging aber kräftig in die Hose: Über 1.000 Polizisten benötigen Wasserwerfer für ein paar hundert Schüler !!
Ein anderer Aspekt: Im Vorfeld der Fällaktion gab es Anfragen von caritativen Stellen und Kindergärten nach der Verwendung der gefällten Bäume: sie wollten die Baumstämme in ihren Einrichtungen als Kletterbäume verwenden. Es gab keine einzige Antwort ! Stattdessen wurden die Stämme sofort an Ort und Stelle geshreddert. Das schlechte Gewissen der Entscheidungsträger läßt grüßen ! Sie hatten wohl Angst, daß die Klettergerüste immer an die Schandtat erinnern würden.

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Werner Meier

Registriert seit: 28.02.2010

Kommentare: 347

01. Oktober 2010 - 16:42 Uhr

Heute gibt es meines Wissens folgende Veranstaltungen zum Thema:
Freiburg 18.00 Uhr Regierungspräsidium in der KaJo 167
Freiburg 20.00 Uhr Rathausplatz
Lörrach 19:00 Hauptbahnhof

Morgen 12:00 in Freiburg in der Kajo am Siegesdenkmal

Quellen: http://www.facebook.com/keinstuttgart21 und http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/der-widerstand-geht-weiter-keine-polizeigewalt.html

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Robert Neumann

Registriert seit: 04.01.2010

Kommentare: 125

01. Oktober 2010 - 16:47 Uhr

"Eigensicherung der Beamten vor möglichen Angriffen durch Autonome"
Komisch, ich habe auf den Bildern niemand gesehen, der auch nur *entfernt* an den schwarzen Block erinnert hat. Das ist echt Zynismus pur!

Demo in Freiburg: Morgen um 12:00 in der Kajo:
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/matthias-deutschmann-spricht

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Philipp Weingardt

Registriert seit: 16.07.2010

Kommentare: 131

01. Oktober 2010 - 17:43 Uhr

ich muß kotzen !

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Thomas Samoht

Registriert seit: 26.02.2010

Kommentare: 17

01. Oktober 2010 - 18:08 Uhr

Das Vorgehen ist eine Schande für Deutschland!
Ist es das was unser Rechtsstaat seinen Bürgern zeigen möchte?

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1354

01. Oktober 2010 - 19:40 Uhr

Wie armselig ist diese Argumentation dieser schwarz-gelben Schlägertruppe nun schon geworden? Weil ihre tollen Argumente pro Stuttgart 21 und ihre "Informationsoffensive" nicht gefruchtet haben, werden jetzt eben Wasserwerfer, Knüppel und Pfefferspray von Pate Mappus und seinem Clan eingesetzt.
Eine Politik, die solche Mittel nötig hat, um Entscheidungen durchzusetzen, ist per se undemokratisch und totalitär. Oder wie anders sollte man den Angriff dieser Lobbyvertreter auf die protestierende Mitte der Gesellschaft bewerten?

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1354

01. Oktober 2010 - 20:25 Uhr

Das ist ja klasse, Prügel-Minister Rech zieht schon den Schwanz ein. Das hört sich gerade im SWR ganz anders an. Plötzlich ist der Einsatzleiter schuld an der Eskalation. Lasst uns diese Chaos-Comedy-Trauertruppe in Stuttgart und Berlin endgültig zum Teufel jagen!

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