Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
06. Juni 2011
Alles eine Frage des Stils
Weltmeister Michael Jung brilliert beim Geländeturnier des RC Freiburg-Tuniberg.
REITSPORT (abi). Spieglein, Spieglein an der Wand, wer reitet am schönsten im ganzen Land? Die Turnierrichter beim Geländetag des RC Freiburg-Tuniberg gaben darauf die erwartete Antwort. Vielseitigkeitsweltmeister Michael Jung aus Horb gewann mit den stilistisch schönsten Ritten hochüberlegen die Geländepferdeprüfungen der Klassen A und L.
Zwar stand in diesen Prüfungen, die als Qualifikationen zum Bundeschampionat ausgeschrieben waren, das Können des Pferdes im Vordergrund, doch gilt auch hier der Grundsatz: der Reiter formt das Pferd. Allein der Mut, das Spring- und Galoppiervermögen des Pferdes reichen nicht aus, um die Richter zu beeindrucken. Sie wollen ein rhythmisch galoppierendes, flüssig springendes Pferd sehen, das gleichsam mühelos seine Runden dreht. Neben dem natürlichen Talent des Pferdes benoten sie daher dessen Rittigkeit, also dessen Bereitschaft und Vermögen, den kleinsten Aufforderungen des Reiters Folge zu leisten. Dazu aber bedarf es gewissermaßen einer "guten Führung", die dem Pferd Vertrauen und Sicherheit gibt.
Werbung
Michael Jung (RSG Altheim) zeigte ein besonders feines Händchen als Ausbilder. In der Geländepferdeprüfung der Klasse A belegte er mit der Halbblutstute Cavallandra (Note 8,9) mit Graf G (Note 8,8) und Sunshine at Midnight (Note 8,5) die drei vorderen Plätze. In der Prüfung der Klasse L stand er mit Rocana (Note 9,2) an der Spitze und erreichte mit Cavallandra (Note 9,0) auch noch den zweiten Rang. An dritter Stelle platzierte sich ebenfalls ein erfahrener Routinier, Jürgen Allgöwer (PSC Waldhof), der Regionaltrainer der südbadischen Vielseitigkeitsreiter, mit seinem Pferd Charlotte vom Waidhof (Note 7,6).
Tochter Michelle Allgöwer (PSC Waldhof) zeigte bei einem Stil-Geländeritt der Klasse A, was sie bei ihrem Vater gelernt hatte und siegte mit der Stilnote 8,4. Auf der Vollblutstute Georgia`s Hope xx konnte sie ein Feld von 33 weiteren Startern hinter sich lassen. Michele Oeschger (RFSV Neuenburg) auf Heliot de la Cense wurde mit der Stilnote 7,0 Zehnte. Als beste Teilnehmerin aus dem Reiterring Breisgau-Kaiserstuhl schnitt Katrin Vögele (RV Freiburg-St.Georgen) auf Chakira ab. Für ihren Sitz und ihre Einwirkung erhielt sie die Stilnote 6,7 und wurde Zwölfte. Im Stil-Geländeritt der Klasse E fielen Laura Sinigaglia (RV Tiengen), die als Fünfte die Note 7,7 erhielt, sowie Franziska Dölder vom gastgebenden Verein und Anita Ehret (RC Emmendingen) positiv auf. Beide erhielten die Stilnote 7,6 und belegten im 32-köpfigen Starterfeld den sechsten Rang. Die starken Profis waren bei den Stil-Prüfungen für Reiter natürlich nicht teilnahmeberechtigt. Hier traten vor allem junge Reiter an.
"Der Vielseitigkeitssport erfreut sich beim Nachwuchs immer größerer Beliebtheit", stellte Vereinsvorstand Karlheinz Lörch fest. "Als wir vor drei Wochen einen Lehrgang auf unserer Webseite anzeigten, waren im Nu 30 Anmeldungen eingegangen, ohne dass wir Werbung zu machen brauchten. Dass so ein prominenter Reiter wie Michael Jung an unserem Turnier teilnimmt, motiviert natürlich zusätzlich. Sogar ich habe mich ertappt, wie ich nach meinem Ritt dachte: ich bin heute über dieselbe Strecke galoppiert, wie der Weltmeister." (Weitere Ergebnisse vom Turnier im Zahlenspielgel auf Seite 18).
Autor: abi
