Die Gabe des Instinktreitens

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Mi, 13. Juni 2018

Reitsport

Der Tutschfeldener Tobias Schwarz überzeugt in Legelshurst.

REITEN (jd). So schnell kann sich das Schicksal wenden: Vor einer Woche noch hat Tobias Schwarz ein wenig mit dem Pech gehadert, ehe ihm jetzt beim nationalen Reitturnier des RFV Legelshurst das Glück hold war. Der Springreiter aus Herbolzheim-Tutschfelden war bei der Traditionsveranstaltung der mit Abstand erfolgreichste Teilnehmer, gewann in der schweren Klasse S gleich drei von fünf Prüfungen, siegte einmal in der mittelschweren Kategorie M und sicherte sich darüber hinaus zahlreiche Spitzenplatzierungen. Höhepunkt und krönender Abschluss war für den 25-jährigen baden-württembergischen Vizemeister sein Doppelsieg im finalen Großen Preis.

"So kann es gerne weitergehen, ich hoffe, dass meine kleine Durststrecke damit vorbei ist", kommentierte Schwarz sein erfolgreiches Wochenende in der Ortenau. In der Siegerrunde um den mit 5500 Euro dotierten Großen Preis der Gemeinde Willstätt, der einzigen S-Zwei-Sterne-Prüfung, hatte Schwarz bereits als erster der sieben qualifizierten Starter auf dem neunjährigen Niederländer Wallach Eddie Cara eine fehlerfreie und schnelle Runde in 41,64 Sekunden vorgelegt und damit die Konkurrenz unter Druck gesetzt. Lediglich Landesmeister Timo Beck auf Cento du Rouet (42,33) und Luisa Meidinger (RV Lahr) auf BOB Clover (46,16) gelang eine Nullrunde.

Als letzter Starter war Schwarz (RFSV Kenzingen) im Sattel seiner Holsteiner Paradestute La Belle (41,34) dann sogar noch ein wenig schneller und schaffte damit einen Doppelsieg. "Zwei enge Wendungen sind mir richtig gut geglückt, die lange Pause hat La Belle gut getan", jubelte er. "Meine Pferde sprangen richtig gut, so macht es natürlich noch mehr Spaß." Und Verbandspräsident Hans-Jürgen Schnebel lobte: "Tobias ist ein Instinktreiter, er war schneller, ohne dass er dem Pferd auf dem Hals liegt, sowas kannst du nicht lernen, das musst du mitbringen."

Zuvor hatte Schwarz bereits zwei Goldschleifen auf Caramello d’Oro in zwei weiteren S-Springen ergattert. Auf dem elfjährigen Wallach gewann er ein S-Springen vor Nationenpreisreiter Hans-Dieter Dreher mit Arko Junior sowie das Finale der mittleren Tour im Stechen dank der einzigen Nullrunde vor Lokalkollegin Stefanie Herhalt (RZ Frese Immenhöfe) mit dem Belgischen Wallach Galenkan, deren Ehemann Michael Herhalt mit Bouzha noch Fünfter wurde.

Im S-Barrierenspringen unter Flutlicht belegte Schwarz auf dem Wallach Eddie Cara, den ihm das Gestüt Grenzland erst vor rund drei Wochen zur Verfügung stellte, Platz drei. Sieger war sein Vorbild Hansi Dreher auf dem Hannoveraner Cornet’s Adel. Vierter wurde Carsten Kurz (Markgräfler RV Buggingen) auf Chaccos Calle.

In drei M-Springen mit zwei Sternen kam Tobias Schwarz jeweils auf Amadeo auf die Plätze eins (Springen mit Joker), zwei sowie vier (Zwei-Phasen). Stefanie Herhalt belegte auf Galenkan zweimal Rang fünf, während Caroline Bächle (RC Gundelfingen) eine M-Ein-Stern-Prüfung im Stechen auf dem Holsteiner Con fly gewann, in der Christina Dersch (RV Weisweil) mit Contendra Dritte wurde.