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08. Februar 2010

Hugo Simon gewinnt erneut

Der 67-jährige Springreiter triumphiert im Großen Preis bei den 3. Baden Classics in Offenburg.

  1. Wiederholten ihren Vorjahreserfolg im Großen Preis von Offenburg: Hugo Simon und Ukinda Foto: Heuberger

OFFENBURG. Je oller, je doller: Für Hugo Simon scheint keine Altersgrenze zu gelten. Der 67-jährige Wahl-Österreicher gewann bei den 3. Baden Classics wie im Vorjahr den Großen Preis von Offenburg. Im Sattel der 13-jährigen belgischen Stute Ukinda war der Pfälzer aus Weisenheim am Sand im Stechen in 35,61 Sekunden Schnellster von vier fehlerfreien Springreitern. Unter dem Jubel der Zuschauer ließ er den Italiener Emanuele Gaudiano mit Uppercut (36,36) und Janika Sprunger (Schweiz) auf Salvador (36,94) hinter sich.

Hinter Sarah Nagel-Tornau mit Udarco (38,59) landete der Niederländer Maikel van der Vleuten auf Parmala Douche, die 2008 in Offenburg triumphiert hatten, auf Platz fünf. Auf einen Start verzichtet hatte der Eimeldinger Hans-Dieter Dreher, der auf dem Oldenburger Lasandro die erste Qualifikation zum Großen Preis gewann. Die zweite Qualifikation sicherte sich Franz-Josef Dahlmann (Albersloh), Bereiter bei Bundestrainer Otto Becker, auf Lunatic in 30,22 Sekunden vor Hugo Simon mit Ukinda (32,02) und Arthuro Gustavo da Silva (Brasilien) mit Ovation (32,21). Vor zwei Jahren gewann Becker selbst noch mit dem 14-jährigen Westfalen in Hannover den Großen Preis.

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Dass der Bundestrainer gestern eigens nach Offenburg gereist war, zeigt seine Wertschätzung. Immerhin begreifen sich die Baden Classics als Schaufenster des bundesdeutschen Nachwuchses. "Wir sind Plattform für die besten jugendlichen Springreiter und Sprungbrett auf deren Weg in die Spitze", betonen die Turnierleiter Gotthilf Riexinger, Reinhard Schill und Thomas Kohler. Und unterlegen das etwa an Philipp Weishaupt. Der Bereiter von Ludger Beerbaum machte im Vorjahr in Offenburg auf sich aufmerksam, wurde später deutscher Meister und sogar in den Championatskader aufgenommen.

"Vom Preisgeld her ist Offenburg zwar nur ein Zwei-Sterne-Turnier", sagt Daniel Deußer. "Organisation und Drumherum haben aber Vier-Sterne-Niveau." Der Schüler von Franke Sloothaak, der 2006 als Bereiter in den Stall des Niederländers Jan Tops wechselte, war erstmals in Offenburg – und begeistert. "Hier kann man sich und seine Pferde unter sehr guten Bedingungen präsentieren." Sportlich lief es für ihn nicht wirklich rund. Denn in der Kleinen und Mittleren Tour verpasste der Weltranglisten-Vierzehnte das Finale. Da war er "sehr erleichtert", dass er mit Pristanna den Großen Preis erreichte. Immerhin war die Stute zwei Jahre verletzt. Für sein früheres Toppferd Air Jordan war Offenburg sogar ein Comeback. Der Oldenburger Hengst, mit dem Deußer 2006 im Weltcup-Finale Zweiter in Las Vegas war, hatte sich bei der DM 2009 eine Hufgelenksverletzung zugezogen und war acht Monate außer Gefecht.

Die Sponsoren bleiben Offenburg treu. "Ich habe sehr gute Gespräche geführt", betont Riexinger. Der Zwei-Sterne-Status soll beibehalten werden, auch wenn sich Schill "in Zukunft einen dritten Stern vorstellen kann". Dazu müsse das Preisgeld aber von 100 000 auf etwa 150 000 Euro erhöht werden. Vorerst lautet Riexingers Maxime: "Schuster bleib bei deinem Leisten." 2011 soll die Kleine Tour gestrichen und jenes Geld in die zweite Qualifikation der Großen Tour gesteckt werden, so dass es dann drei Springen mit Weltranglistenpunkten gibt. Zudem wolle man das Feld der Baden-Württemberger auf drei bis fünf Reiter reduzieren. Und Kohler hofft, " einige Topreiter zu holen".

Fotos der Baden Classics auf http://www.badische-zeitung.de/fotos

Autor: Jochen Dippel